stadtbücherei - http://t.co/4GPpziKvnF
Eduard Zimmermann — Auch ich war ein Gauner

Es ist schon ganz inter­es­sant zu lesen, wie Eduard Zim­mer­mann vor dem Zweiten Weltkrieg lebte und nach dem zweiten Weltkrieg ein wenig rum­gaunerte. Aber so schlimm war es dann doch nicht. Dass damals viel gehehlt wurde, machte bes­timmt viele zu Gaunern, die später davon abließen. So ganz spek­takulär will mir das nicht vorkommen.

Dass er danach allerd­ings in hals­brecherischer Art und Weise in Frachträu­men von Schif­fen als blinder Pas­sagier gen Schwe­den schip­perte, beißt sich für mich fast ein wenig mit seinen späteren War­nun­gen in Akten­ze­ichen XY … ungelöst vorm Tram­pen, was etwas bieder daherkam.

Die let­zten 35 Jahre seines Lebens kom­men vielle­icht gen Ende des Buches etwas kurz, aber man gewinnt einen guten Ein­blick in seine Auf­fas­sung der Krim­i­nalsendung, die ihn so berühmt machte. Alles in allem ein unter­halt­samer Blick in eine jüngst ver­gan­gene Zeit.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Alle reden vom Grexit, in Frankre­ich redet man aber auch über den Deuxit.

Was Staats­ge­heimnisse anbe­langt, bin ich ja Kan­tianer: „Alle auf das Recht anderer Men­schen bezo­gene Hand­lun­gen, deren Maxime sich nicht mit der Pub­liz­ität verträgt, sind unrecht.“ Man muss nicht alles bre­it­treten, was man so tut, aber daraus eine Straf­barkeit abzuleiten, damit tue ich mich schwer. Und welche fremde Macht soll mit der Infor­ma­tion über die Höhe der Gelder, die in der Bun­desre­pub­lik für die Überwachung sozialer Net­zw­erke aus­gegeben wer­den sollen, großar­tig was anfan­gen? Und glaubt wirk­lich jemand, “fremde Mächte” bräuchten Blogs, um an solche Infor­ma­tio­nen zu kommen?

Offen­bar erkennt nicht mal so ein Gen­er­al­bun­de­san­walt Staats­ge­heimnisse auf Anhieb, son­dern braucht einen exter­nen Gutachter. Aber so ein Jour­nal­ist soll das auf Anhieb erken­nen? Ich stell mal die Stop­puhr, wann sie Range aufs Altengleis stellen, jeden­falls hat er ger­ade den Schwarzen Peter dem Bun­desjus­tizmin­is­ter Maas zugesteckt: Der habe gestern die Nach­forschung, ob es sich bei den in Rede ste­hen­den Doku­menten um ein Staats­ge­heim­nis han­delt, gestoppt. Tja, und wenn keiner genau weiß, ob das da ein Staats­ge­heim­nis ist, kann man wohl auch keinen wegen Lan­desver­rats ankla­gen. Der Gutachter hat aber wohl, bevor er in Urlaub gefahren ist, gemeint, das wäre wohl eins.

Was eine Posse.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann macht Maas mobil? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 3. August 2015
Lesezeichen vom 2. August 2015
Lesezeichen von heute
Lesezeichen vom 1. August 2015
Lesezeichen von heute
Die Top10-Tweets des Julis

Georg Restle zum Angriff auf Netzpolitik.org

(D)er gle­iche Gen­er­al­bun­de­san­walt, der sich weigert Ermit­tlun­gen zur Aufk­lärung in der NSA-Affäre in Deutsch­land durchzuführen, […] geht jetzt gegen Jour­nal­is­ten vor, die diesen Skan­dal mit öffentlich gemacht haben. Das ist der eigentliche Skandal.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Das ist schon krasser Scheiß, was der Gen­er­al­bun­de­san­walt sich da ger­ade leis­tet: Man ermit­telt gegen Netzpolitik.org wegen Lan­desver­rats. Lan­desver­rat ist, wie man unge­fähr ver­mutet, Ver­rat von Staats­ge­heimnis­sen in der Inten­tion des Schadens des eige­nen Lan­des zu Gun­sten einer anderen Macht.

Da muss man schon den Gen­er­al­bun­de­san­walt, der schon Prob­leme hat, NSA und NASA zu unter­schei­den, fra­gen, ob er seinem Amt gewach­sen ist. Also, er müsste schon über unglaublich konkrete Ver­dachtsmo­mente ver­fü­gen, damit dieses Ver­fahren wirk­lich sin­nvoll ist. Fotos, wie Beckedahl Putin Doku­mente übergibt oder sowas.

Ich will das nicht auss­chließen. So wenig, wie ich auss­chließe, dass derzeit mehr als 50 Frauen Bill Cosby Verge­wal­ti­gung vor­w­er­fen, nur um eine Minichance zu ergat­tern, an Kohle zu kommen.

Lustiger­weise kön­nte es wieder die SPD sein, die bei dieser Sache den schwarzen Peter hat, denn ober­ster Chef ist der Bun­desjus­tizmin­is­ter, der schon mal sowas von sich gibt:

Und während ich mir die Frage stelle: Was muss eigentlich passieren, dass die SPD aus einer Regierung aussteigt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 30. Juli 2015
  • Deutscher Journalisten-Verband Der Deutsche Journalisten-Verband hat die laufenden Ermit­tlun­gen gegen zwei Jour­nal­is­ten des Por­tals Netzpolitik.org als Jus­tiz­posse kritisiert.
  • Fefes Blog Erin­nert ihr euch an den Gen­er­al­bun­de­san­walt? Der Typ, der die NSA und die NASA nicht auseinan­der­hal­ten kann. Der Typ, auch im Fol­ge­jahr NSA nicht buch­sta­biert kriegte. Der Typ, der nicht fand, dass man GCHQ oder NSA was vor­w­er­fen kann. Weil, äh, wir haben die aus­ländis­chen Regierun­gen gefragt, die uns aus­ge­späht haben, und die woll­ten uns keine sie inkri­m­inieren­den Beweise vorlegen.<br><br>
    DER TYP ermit­telt jetzt wegen Lan­desver­rats gegen netzpolitik.org.
Thomas Gottschalk — Herbstblond

Auto­bi­ogra­phien unter­liegen immer der Aus­gangss­chwierigkeit, dass der Autor die Sache gar nicht ganz oder gerecht erfasst hat, obwohl er doch selbst meist dabei war. So ist das lei­der auch mit Thomas Gottschalk. Der Erfol­gsmod­er­a­tor von Wet­ten, dass ..? hat kaum eine Erk­lärung für den Erfolg der Sendung, seinen Anteil daran, und kann die unpassenden Ret­tungsver­suche, mit dem man das Pub­likum ver­schreckte, nicht passend ein­schätzen. Was seine Aus­führun­gen zu Jack­ass in diesem Schmöker zu suchen haben — ein einziges Rät­sel. Als zu lesendes Buch ist die erste Hälfte zudem von aus­ge­suchter Lang­weiligkeit: Sein Pub­likum hat ihn immer geliebt. Der Kri­tik­er­anspruch an seine Sofainter­views waren zu hoch. Dass ihm vorge­wor­fen wurde, sich nicht für das Gesagte zu inter­esseren — bei Wet­ten, dass..? wie bei Gottschalk live — das scheint er nicht erfasst zu haben.

Da ist das Hör­buch wesentlich besser, das legt man nicht so schnell weg. Tiefe gewinnt das auch nicht, aber immer­hin hat man am Ende eine Kreisler-Interpretation Gottschalks, die noch das beste am ganzen Hör­buch ist. Das erin­nerte mich dann auch an eine Episode in Gottschalks Leben, die er unter den Tisch fallen lässt: Das pein­liche What hap­pened to Rock ‘n’ Roll. Das war kein Rock ‘n’ Roll, das war unge­lenk, unrockig und unpassend. Man merkte damals, dass er kein Gespür hatte, ob das, was er cool fand, in dieser Form auch cool war. Und dass er damit auch nicht überzeugte, so sehr die Fernsehna­tion ihn liebte.

Im zweiten Teil des Buches kommt Gottschalk besser in Fahrt, wenn er Dieter Bohlen kri­tisiert. Das ist tre­f­fend und infor­ma­tiv. Dass er seine Vor­abend­show besser alleine hin­bekom­men hätte und dass das For­mat School’s out irgend­wie bemerkenswert wäre, das sind Gedanken, die man ihm lassen kann, sie inter­essieren sonst kaum jemanden.

Aber wenn man Gottschalk vor­lesen hört, ist er zweifeil­sohne der sym­pa­this­che Thom­mie, da ist er nahe dran an dem Gottschalk, den Fernse­hdeutsch­land so liebte: Der­jenige, der über­raschend in irgendwelche Sit­u­a­tio­nen gewor­fen wird, aus denen er sich mit Humor, dem richti­gen Gespür für die Sit­u­a­tion, dem passenden Ton, einem Lächeln und guter Laune her­auswindet. Ist es wirk­lich so schwer, daraus heutzu­tage eine Fernsehsendung zu machen?

August 2015
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Jul    
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  
Seite 1 von 48312345...102030...Letzte »