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Archiv für April 2009

Die Größe des Harald Schmidt

Gestern lief die let­zte Sendung von “Schmidt und Pocher” über den Sender. Und in der deutschen Medi­en­land­schaft war klar, dass es danach gediegene bis neg­a­tive Abgesänge auf die Sendung geben werde. Um so einen Text zu machen, ist es zudem von Nöten, das Wesentliche des Abends rauszukriegen, was viele im Weg­gang Pochers zu Sat1 oder dessen Kri­tik an Volker Her­res sah. Sehr bemüht, das alles.

Viel inter­es­san­ter ist es dage­gen, ein­mal ein wenig über den Spielab­bruch Har­ald Schmidts zu reflek­tieren. Mit ein paar Zuschauern sollte irgen­dein Spiel gemacht wer­den, wobei alle Beteiligten Hütchen mit Nation­al­itäten auf­set­zen soll­ten, die sie darstellen. Einer der Zuschauer war wohl mit damit, dass er das Hütchen mit Ital­ien abbekam, alles andere als zufrieden. Er kom­men­tierte dies mit “Scheiss-Italiener” und wieder­holte diese Äußerun­gen unmit­tel­bar: “Scheiss-Italiener”. Schmidt brach das Spiel sogle­ich ab, ging mit Pocher zurück zu ihren Schreibtis­chen und liess die Kan­di­daten aus dem Pub­likum im Off der Bühne stehen.

schmidtpocher

Wie @aliceantonia das Vorkomm­nis genau ver­standen hat, weiss ich nicht. Vielle­icht mochte sie nur die ver­störende Wirkung, die dieses Vorkom­nis in der Sendung hatte. Vielle­icht fand sie Schmidts Hal­tung richtig.

In jedem Fall stimmt ich ihr im Resul­tat dur­chaus zu: Der Abbruch, d.h. die Entschei­dung, das Spiel abzubrechen, war großar­tig. Und es zeigt ein­mal mehr die Klasse Har­ald Schmidts und was Oliver Pocher hierzu fehlt. Let­zterer fragte, nach­dem sie sich auf ihre Büroses­sel niederge­lassen hat­ten nach dem Grund des Abbruchs, “man hätte doch drüber reden können.”

Hätte man? “Scheiss-Italiener” ist ein Inbe­griff für Frem­den­feindlichkeit. Das mag der Pub­likums­gast gar nicht so gemeint haben. Der war vielle­icht nur so ent­täuscht, dass es nicht kriegt, was es unbe­d­ingt will. Ein der­ar­tiger Inbe­griff bleibt es.

Har­ald Schmidt besitzt nun die geistige Fähigkeit, diese (im gün­stig­sten Falle) spon­tane Ent­gleisung sofort richtig einzuschätzen. Und das ist schon eine Kunst. Das Erörtern der Hal­tung des Stu­dio­gastes bringt der Sendung nichts, gehört nicht in diese und als flap­sig kann der Mod­er­a­tor diese Bemerkung, die auf seiner Bühne stat­tfindet, nicht durchge­hen lassen. Schmidt bricht also ab und mod­eriert unaufgeregt und nicht weiter auf die Störung einge­hend weiter.

Schmidt weiß wohl, um auf bish­erige “Eklats” dieser Sendung zu kom­men, dass er als Mod­er­a­tor mit­tel­prächtige Nazi-Parodien und obszöne Geschenke à la “Fotzensekrete” tolerieren kann, aber Frem­den­feindlichkeit nicht. Das schafft eine Verbindung zu einer Schmidteinander-Folge, in der sich eine Anruferin über Türken-Witze in der Sendung beschw­ert. Schmidt vertei­digte diese damit, dass in der Sendung Deutsche wie Türken ver­al­bert wer­den. Ver­al­bern ist also okay, Frem­den­feindlichkeit nicht. Insofern war der Abbruch völ­lig folgerichtig.

Und ja, ich glaube, das war großartig.

Nach­trag: In den Kom­mentaren wurde ganz richtig ange­merkt, dass das Zitat so falsch ist.

Flutter: The new Twitter

The hunting

There are very many fakes in twit­ter. Believe me, I know, I got some of them myself. But when it comes to sex­u­al­ity it’s get­ting harder to iden­tify fakes and dis­tin­guish them from real peo­ple or peo­ple try­ing to earn money with sex in the internet.

I’m telling you this because fuck­hunter, the per­son I’m going to deal with this week, could be a fake. Any­how you’ll just get a glimps of his life and this has to deal with sex­u­al­ity, because that’s his main topic on twit­ter. I do not feel pro­voked by the things he tweets and I think there’s a ten­dency to pro­voke if you have a twit­ter fake.

So on the one hand fuck­hunter is a fake that does not fol­low the ten­den­cies other fakes on twit­ter have. Or he’s not a fake. Any­how I do believe there are guys like that twit­ter per­son. So let’s have a look at what he says:

fuckhunter1

(engl. Now I’m going to wank on any bitch on the internet.)

This is quite good for a start on fuck­hunter. Search­ing for an anony­mous per­son for sex in the inter­net, whether it’s a pic­ture, a small video or some­one on the phone, hap­pens every day, every hour. And done by more peo­ple around you than you think.

But that’s not the only area where fuck­hunter searches for sex:

fuckhunter3

(engl.: I fucked for 180€ this month. Although yesterday’s fuck was shit. You can’t call it a fuck any­how, cause I wanked myself.)

There are a lot of web­sites where pun­ters of pros­ti­tutes tell each other what pros­ti­tude does what and where she’s stand­ing. In a way this tweet is just a trans­for­ma­tion of that sort of utter­ances from those sites into twit­ter. Fuck­hunter tells all this in a very unemo­tional way: He’s not angry about hav­ing spent 180€ on hook­ers and he doesn’t see the per­son­al­i­ties in them. This is not nec­es­sary, but it won’t ful­full you, not in the tini­est sense:

fuckhunter2

(engl.: And so the fuck­hunter wanks daily. A sad story…)

If that is what you think of and do most of the time: Absolutely. Some­times the hunter becomes the hunted.

Biz Stone @ Stephen Colbert

The Col­bert Report Mon — Thurs 11:30pm / 10:30c
Biz Stone
comedycentral.com
Col­bert Report Full Episodes Polit­i­cal Humor NASA Name Contest
Wenn Blogger streiten…

Ach, Gottchen. Schön­stes Wet­terchen da draußen, aber man stre­itet sich in der Blog­gosphäre. Na, komm, keine Angriffe an diesen Punkt schon. Ich nenne mal mit “Blo­gosphäre” all diejeni­gen, die in Deutsch­land aus welchen Grün­den auch immer, einen Blog betreiben. Ohne irgend ein weit­eres Kennzeichen.

Als eine Art Dachver­band gab sich da die Re:publica aus, und das stößt eini­gen Blog­gern zutiefst unan­genehm auf. Denn Blogs sind für viele Darstel­lung der eige­nen Sichtweise. Etwas Pri­vates, etwas Sub­jek­tives. Das gilt für das Blog desjeni­gen, der keine Leser hat, bis zu großen Blogs wie dem von Ste­fan Nigge­meier. Sehr inter­es­sant an dieser Stelle ist es, das selbst einige Jour­nal­is­ten diese Eige­nart von Pri­vat­blogs nicht bemerken. Auch was Ste­fan Nigge­meier bloggt ist sub­jek­tiv. Es muss nicht objek­tiven Maßstäben angepasst sein, es muss nicht ein­mal son­der­lich aus­ge­wogen sein. In einer Zeitung ist das die Leitlinie, selbst in Kom­mentaren stört über­zo­gene Sub­jek­tiv­ität. Aber Blog­ger sind in ihren Blogs frei, frei nach Sch­nautze zu reden. Insofern ist ein Blog ein Refugium Einzel­ner. Und das ist auch völ­lig okay so.

Man kann nun Blogs auch offener gestal­ten. Als Tech­nikblogs oder The­men­blogs. Je weniger in der­ar­ti­gen Blogs stark sub­jek­tive Darstel­lun­gen ohne son­der­liches Kennze­ichen vorkom­men, desto objek­tiver sind sie. Desto sach­ge­nauer muss aber auch gear­beitet wer­den. Und es sind solche Blogs, die tat­säch­lich der etablierten Presse in Konkur­renz treten. Sicher­lich in äußerst geringem Maße, viel gerin­gerer als viele das möchten, aber immerhin.

Die Macher der Re:publica haben meines Erachtes den Fehler gemacht, dieses nicht so her­auszustellen. Der Slo­gan, dass jeder Presse sei, ist über­zo­gen, unge­nau. Es will ja auch gar nicht jeder Blog­ger ein Presse­or­gan sein. Viele sind eben nicht scharf darauf, eine Konkur­renz zur Presse darzustellen, es ist ihnen schlicht egal. Dass sich in diesem Fall die etablierte Presse provoziert fühlt, ist nicht verwunderlich.

Das macht die Re:publica aber noch längst nicht zu einer Anmaßung, der­art, wie pikiert der eine oder andere auf diese Kon­ferenz reagiert. Grund­sät­zlich finde ich es toll, wenn jemand so eine Ver­anstal­tung auf die Beine bekommt. Diese spezielle ist sicher­lich für alle geeignet, die sich für über das rein Sub­jek­tive hin­aus­ge­hen­den Blogs inter­essieren und informieren wollen. Und sicher­lich gibt es da aus­tauschbare Erfahrun­gen und mögliche Trends. Oft­mals trifft man auf unaus­gereifte Gedanken, die ver­wor­den wer­den, aber genau das ist ja auch Sinn einer solchen Ver­anstal­tung. Es geht nicht allein um vorzeig­bare Erfolge. Dass die Ver­anstal­tung natür­lich inhaltlich kri­tisiert wer­den sollte, steht auf einem anderen Blatt.

Und daher: Draußen ist Sonne, holt euch alle mal wieder ein Eis!

Stand by your caaaaaar…

Halt die Fresse, Pocher

haltdiefresse

Har­ald Schmidt hat in dieser Woche dem STERN ein Inter­view gegeben, in dem der Haup­tauf­macher gewe­sen ist, dass Schmidt Pocher in Redak­tion­skon­feren­zen schon mal mit “Halt die Fresse” das Wort ver­boten hat. Inter­es­san­ter­weise war dieser Umgangston den Mach­ern von Switch wohl schon seit let­ztem Dezem­ber geläu­fig, wie man am Ende dieses Films sehen kann:

The mistaken painter

Easter is the time for tra­di­tion. Two days of fam­ily­ship, going to the church, lis­ten­ing to that Jesus come­back tour, stand­ing round the Easter fire and search­ing for the Easter bunny.

But whereas Christ­mas attracts peo­ple with the giv­ing and get­ting gifts game, Easter is rather restrained. The thought Easter stands for is much more ide­al­is­tic. It might be even harder to wor­ship that thought, which could be the Pope’s rea­son to ask for peace every year.

So why not break up with tra­di­tions if new rit­u­als turn out to rep­re­sent your wor­ship much bet­ter? Easter seems to stand for some­thing good, so not replac­ing it with any­thing wouldn’t be very rational.

This must have been Schlen­za­lot’s inten­tion before stating:

eier

[Just coloured eggs (tes­ti­cles?). Colour’s itch­ing a bit.]

Twitter Cops

The Star Wars underwear fight

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