Guten Morgen allerseits!

Archiv für den 19. September 2011

Guten Morgen

Morgenkaffee

Nach der einiger­maßen von SPD gewonnenen Wahl des Berliner Abge­ord­neten­hauses hält Herib­ert Prantl einen Kan­zlerkan­di­daten Wow­ereit den­noch für keine gute Wahl:

Es ist schon bemerkenswert: Das Gefühl, dass sich nichts bewegt, führt in der Stadt Berlin zur Bestä­ti­gung des Amtsin­hab­ers; Wow­ereit verun­sichert nicht, weil er nichts bewegt. In der Repub­lik aber ist es anders. Da erzeugt das Gefühl, dass Verän­derung endlich ein Konzept braucht, einen Wind of Change. Noch nie hat man in der Mitte einer Leg­is­latur eine so abgewirtschaftete Bun­desregierung erlebt.

Das sehen SPD-Linke anders. Die monothe­ma­tis­che Piraten­partei sind sprach­los über ihren Erfolg. Die Rechten sauer. Der­weil ist in der FDP ein Hauen und Stechen ausgebrochen.

In Ital­ien wer­den ger­ade abge­hörte Tele­fonate Berlus­co­nis mit seinen Gespielin­nen veröf­fentlicht.

Christoph Süß beschäftigt die Euroschuldenkrise:

Und während ich mir die Frage stelle: Wer kippt als erstes in der FDP? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Die Partei feiert das FDP-Wahlergebnis

Als ob das Wahlergeb­nis nicht demüti­gend genug gewe­sen wäre, muss sich die let­zte deutsche Spaß­partei auch noch von Son­neborns Partei ver­al­bern lassen:

Wir hat­ten großen Rück­en­wind der Bun­de­spoli­tik, so haben wir doch noch dieses phänom­e­nale Wahlergeb­nis von unter 2 Prozent erstrit­ten. Ohne eine harte Ansage gegen Griechen­land wäre das nicht möglich gewe­sen. Deswe­gen kann man sagen, vom Ergeb­nis: “Die FDP ist wieder da…”

[via]

Die neuen Bürgerlichen

Haben Sie den Lind­ner gestern gese­hen? Entweder hat der unglaublich schlecht geschlafen oder das Ergeb­nis seiner Partei ist ihm direkt ins Gesicht gesprun­gen. Mehr als Durch­hal­teparolen hat er dann auch nicht mehr von sich geben kön­nen. Irgend­wie ehrlich, dass nicht irgen­dein ange­bliches Fun­da­ment in den Vorder­grund gerückt wird, ohne das Deutsch­land nicht auskom­men könne.
Dazu ist der Rösler ja auch da. Der hat zwar auch irgend­wie gese­hen, dass eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung seine Partei ger­ade für verzicht­bar hält, aber da gibt es eine Gruppe, für die man Poli­tik machen könne: Die neuen Bürg­er­lichen. Das sind

selb­st­ständige Unternehmer, junge Unternehmensgrün­der und junge Familien

Toller neuer Kampf­be­griff für die Besserver­di­enen­den: Die neuen Bürg­er­lichen. Nicht die alten, unbe­weglichen Gries­grame. Nein, Leute, die den ganzen Tag gut gelaunt sind oder so. Das Blöde ist ja ger­ade, dass genau die die FDP ger­ade nicht wählen wollen. Weil die FDP so ein schlechtes Image hat. Und weil die keine Mini-Partei wählen müssen, um ihre Inter­essen zu befördern. Weil die auch gar nicht wis­sen, was die FDP über­haupt noch auf die Reihe bekommt. Rösler wollte liefern. Aber was? Hat das irgend­je­mand geschnallt?
Soweit mir bekannt ist Sabine Leuthäusser-Schnarrenberger eine der weni­gen in der FDP gewe­sen, die sich mal gegen das schlechte Image als Besserver­di­ener­partei gewehrt hat. Wenn man sich anschaut, wen der Rösler da als Klien­tel betra­chtet, dann muss man wohl fest­stellen, dass sich die Mei­n­ung der Jus­tizmin­is­terin nicht durchge­setzt hat.
Das kann ja noch heiter wer­den in näch­ster Zeit.

Adnation wird fremdvermarktet

Bei solchen Nachrichten spürt man ja gle­ich schon, wie Don Alphonso die Tippfin­gerchen jucken wer­den: Adna­tion, die in großem Stil Wer­bung in Blogs ver­mark­ten woll­ten, wer­den nun sel­ber ver­mark­tet. Damit hat man die dahin­ter­steck­ende Idee wohl ein­fach aufgegeben, wieso sonst sollte man die eigene Beute abgeben?

Durch den Zusam­men­schluss mit mokono wer­den die adnation-Blogs Teil eines europaweiten Net­zw­erks und damit für Wer­be­treibende noch interessanter.

meint Johnny Haeusler in einer Art Werbe­sprech. Und der klang auch schon mal deut­lich überzeu­gen­der, wenn er etwas erk­lären wollte. Denn dass die Adnation-Blogs, von denen viele gar nicht mehr Wer­bung schal­ten oder gar nicht mehr aktiv sind, in der Masse der­art inter­es­sant sind, darf bezweifelt wer­den. Auf den weni­gen Blogs, die da erfol­gre­ich laufen, wird die Wer­bev­er­mak­tung nun halt abgegeben. Neue Blogs wer­den sich Adna­tion wohl kaum anschließen. So wenig wie zusät­zlich über Adna­tion Kun­den aquiri­ert werden.

mehr
kress.de
Mokono ver­mark­tet Adna­tion. Johnny Haeusler: “Kon­nten das nicht mehr leisten”

Piraten und Religion

Tat­säch­lich. Es sind keine 24 Stun­den nach dem Wahler­folg der Piraten­partei in Berlin ver­gan­gen und Vertreter der Evan­ge­lis­chen Kirche kriegen schon Muf­fen­sausen, dass ihnen ihre staatliche Finanzierung abhan­den kommt. Schon inter­es­sant, wie schnell die da in Stel­lung gehen, und wie schnell die da Wis­senschaftler finden, die ihre Linie vertreten. (Dass den christlichen Kirchen noch das Reich­skonko­r­dat zugute kommt, wird auch mal eben unter den Tisch fallen gelassen.)
Eine bessere Wahlempfehlung für die Piraten­partei habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Nachtgeschichten

Die Nachtgeschichten für heute

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