Gute Nacht da draußen, wo immer ihr auch seid.

Archiv für September 2011

Vom Gesichtsbuch zum Spitzelbuch

Das ist natür­lich super: Face­book will kün­ftig unter dem Namen eines Benutzers nicht nur das veröf­fentlichen, was dieser sel­ber irgendwo anklickt, son­dern auch irgen­det­was, das man dem Nutzer zuschreibt. Sofern man auch nicht per­ma­nent Facebook-Cookies löscht, wer­den auch dann Nutzer­daten zu Face­book geschickt, wenn der jew­eilige Nutzer gar nicht auf der Facebook-Seite ein­gel­oggt ist.

So langsam kön­nten Leute, die noch über Überwachungser­fahrun­gen aus der DDR ver­fü­gen, echt mal erläutern, wie man sich in einem Spitzel­sys­tem so ori­en­tiert. Mir reicht’s. Face­book bekommt einen eige­nen Facebook-Browser, in dem keine andere Seite angesurft wird. Mag sein, dass das wenig hilft, aber für jede Infor­ma­tion über mich, die Face­book so nicht bekommt, ist es das wert.

Ps.: Und, wenn ich schon mal dabei bin: Google wird gegen Ixquick getauscht. Reicht für die Suchen, die ich mache. Zur Not gibt es auch noch Scroogle für die Google-Ergebnisse.

Nachtgeschichten

Die Nachtgeschichten von heute

  • Rus­s­land — Ich! Wer sonst? — Poli­tik — sueddeutsche.de — Wladimir Putin entschei­det sich für einen neuen Präsi­den­ten — für sich selbst. So bleibt Rus­s­land ein Kom­man­dostaat, der nach dem Befehlsprinzip regiert wird. Doch das Volk ent­fremdet sich von Putins Sys­tem: Es ist ermüdet von der Rhetorik eines blühen­den Lan­des. Denn viel zu sel­ten sieht es etwas davon.
  • Per­son­alde­batte bei den Linken: Die Partei der Ewiggestri­gen — Tagesspiegel — Die Debatte um eine mögliche Bewer­bung der Kom­mu­nistin Sahra Wagenknecht für den Vor­sitz der Linken-Fraktion im Bun­destag zeigt ein­mal mehr: Die Reformer in der Partei ger­aten mehr und mehr ins Abseits – und wer­den nervös.
  • Nik Cubrilovic Blog — Log­ging out of Face­book is not enough — log­ging out of Face­book only de-authorizes your browser from the web appli­ca­tion, a num­ber of cook­ies (includ­ing your account num­ber) are still sent along to all requests to facebook.com. Even if you are logged out, Face­book still knows and can track every page you visit. The only solu­tion is to delete every Face­book cookie in your browser, or to use a sep­a­rate browser for Face­book interactions.
  • Script­ing News: Face­book is scar­ing me — Yes­ter­day I wrote that Twit­ter should be scared of Face­book. Today it’s worse. I, as a mere user of Face­book, am seri­ously scared of them.
  • An der FDP-Basis: Motzen gegen die Bubi­truppe — taz.de — Ein Kauf­mann aus Willich steht auf, er schimpft, die FDP habe die Inhalte der Piraten­partei kom­plett ver­pennt, “und wir kriegen die Prügel, weil die in Berlin nichts kapieren”. Ein Mann aus Bad Kreuz­nach ruft: “Wir haben ein Exis­ten­zprob­lem”, er will, dass Irrtümer und Wider­sprüche offen auf den Tisch gelegt wer­den. Eine Köl­nerin ruft: “Fam­i­lien­poli­tik findet in dieser Partei über­haupt nicht mehr statt — hier sitzen ja auch fast nur Män­ner!” Ein junger Mann bringt das Thema Löhne aufs Tapet: “Ich bin nicht Mit­tel­stand, ich bin Mit­telschicht”, ruft er mit kip­pen­der Stimme, “warum bin ich nicht Teil der lib­eralen Familie?”
  • Umstrittenes Mil­liar­den­pro­jekt: Bahn rech­net ange­blich S21-Ausstieg durch | STERN.DE — Was wäre wenn? Die Bahn spielt einem Medi­en­bericht zufolge einen möglichen Ausstieg aus dem Mil­liar­den­pro­jekt Stuttgart 21 durch. Der Bah­n­vor­stand dementiert.
Guten Morgen

Morgenkaffee Zum Abschluss seiner Deutschland-Reise meinte der Papst, die Katholis­che Kirche solle sich in ihrer Krise am besten entweltlichen. Und ich dachte die ganze Zeit, genau das sei das größte Prob­lem der Katholis­chen Kirche: Dass sie so entweltlicht ist.

CSU-Hardliner Siegfried Kauder möchte ein 2-Strikes-Warnsystem in Deutsch­land instal­lieren, “um die Rechtsver­fol­gung von Urhe­ber­rechtsver­let­zun­gen weiter zu pri­vatisieren”, wie man bei Netzpolitik.org meint.

Nach einer Umfrage des SPIEGEL kommt, wenn näch­sten Son­ntag Bun­destagswahl wäre, die Piraten­partei rein und die FDP nicht.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die Piraten­partei die einzige Partei, die der CDU ern­sthaft Kon­tra geben kann? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Flurfunk 7,8 und 9 — Die Top-10-Tweets des Junis, Julis und Augusts

[ Musik: Cherry SuedeOne of a kind, Mark Lyford — Chillout ]

Nachtgeschichten

Die Nachtgeschichten von heute

  • Rund­funk: Hilders-Krönung gerät MDR zum Debakel | FTD.de — Die Wahl von Bernd Hilders zum Chef des Mit­teldeutschen Rund­funks hätte rei­bungs­los über die Bühne gehen kön­nen. Doch die Wider­stände in der Anstalt gegen den Favoriten der Staatskan­zlei in Dres­den waren zu stark.
  • “Oper­a­tion Machter­halt” in Rus­s­land — Wie sich Merkel von Putin veräp­peln ließ — sueddeutsche.de — Der Putin-Deal offen­bart die große Schwäche der deutschen Russland-Politik.
  • 560.000 Men­schen in Deutsch­land sind inter­net­süchtig | ZDNet.de
  • Nach Streit mit Präsi­dent Med­wed­jew — Rus­s­lands Finanzmin­is­ter tritt zurück — sueddeutsche.de — Nach Angaben rus­sis­cher Nachricht­e­na­gen­turen hatte Kudrin dem Präsi­den­ten eine ver­fehlte Haushalt­spoli­tik vorge­wor­fen. Der Staatschef erhöhe den Mil­itäre­tat auf Kosten der Aus­gaben für Bil­dung und mache Rus­s­land noch mehr abhängig vom Öl– und Gas-Export, kri­tisierte der Finanzmin­is­ter. Med­wed­jew reagierte sichtlich verärg­ert und wütend auf Kudrins Äußerun­gen. Die Äußerun­gen Kudrins seien in keiner Weise gerecht­fer­tigt gewe­sen, kri­tisierte Med­wedew. Im zen­tral­rus­sis­chen Wol­gograd, dem früheren Stal­in­grad, kam es am Mon­tag vor laufenden Kam­eras zu einem hitzi­gen Wort­ge­fecht zwis­chen Präsi­dent und Finanzmin­is­ter: “Nie­mand darf Diszi­plin und Unterord­nung aufkündi­gen”, fuhr Med­wed­jew Kudrin an. “Wenn Sie, Alexej Leonid­ow­itsch, mit dem Kurs des Präsi­den­ten nicht ein­ver­standen sind, gibt es nur eine Entschei­dung, und die ken­nen Sie: zurückzutreten.”
  • 61: Form­spring Answers (The ones in eng­lish, cause i fuck­ing hate these dumb ques­tions) « Alter­na­tiven — Mit die dümm­sten Fra­gen auf Form­spring sind die „Form­spring ques­tions of the day“ bzw. die englis­chen Fra­gen all­ge­mein. Früher habe ich sie stets sofort gelöscht, doch vor ein paar Monaten habe ich begonnen sie zu beant­worten, bis­sig und in miesem Englisch, mit Dro­gen, Nut­ten und Mord.
  • Face­book: Hol Dir Deine Daten! | G! — gutjahr’s blog — Mit Time­line hat Mark Zucker­berg die Welt ein­mal mehr vor vol­len­dete Tat­sachen gestellt: Das Freunde-Netzwerk beg­nügt sich nicht mehr mit Sta­tus­abfra­gen son­dern mutiert zum dig­i­talen Leben­sarchiv. Kun­st­stück – Face­book spe­ichert alles aber löscht nichts, wie Daten­ab­gle­iche jetzt bele­gen. In diesem Blog­post zeige ich Dir, wie auch Du Ein­sicht in Deine gesam­melten Facebook-Daten bekommst, sozusagen der ungeschmink­ten „Story Deines Lebens“.
  • ZEIT ONLINE gewinnt Online Jour­nal­ism Award 2011 » ZEI­TansageZEIT ONLINE hat den wichtig­sten inter­na­tionalen Preis für Online­jour­nal­is­mus gewon­nen. Das Pro­jekt “Ver­rä­ter­isches Handy: Was Vor­rats­daten über uns ver­raten” ist am Abend des 24. Sep­tem­ber in Boston mit dem Online Jour­nal­ism Award 2011 aus­geze­ich­net wor­den. Dies ist das erste Mal, dass eine Redak­tion aus Deutsch­land einen der renom­mierten Online Jour­nal­ism Awards gewon­nen hat.
  • Hoeneß und das ZDF | Post von Horn — Der Fall Breno kön­nte eine unan­genehme Wen­dung nehmen. Der Spieler hat offen­sichtlich seit län­gerer Zeit Prob­leme. Das soll sogar seinen Nach­barn aufge­fallen sein. Fiel das auch dem FC Bay­ern auf? Was hat er in den ver­gan­genen Wochen getan, um dem Spieler zu helfen? Als Han­novers Torhüter Robert Enke Selb­st­mord beg­ing, war alle Welt bestürzt. Kaum jemand in seinem Verein und in der National­mannschaft hatte bemerkt, dass er unter Depres­sio­nen litt. Damals wurde ver­mutet, es fehle im Profi-Fußball an Zuwen­dung und Für­sorge. Der DFB bemühte sich sehr, diesen Ver­dacht zu entkräften. Spieler, die über ihr Fußball-Dasein verzweifeln, sind schlechte Wer­ber für einen Sport, der sich der Spiel­freude ver­schrieben hat. Der Ver­band lebt von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Und davon, dass sie den Profi-Spielern nacheifern. Daher kom­men die Vere­ine nicht umhin, sich um die Befind­lichkeit ihres Per­son­als zu küm­mern. Sie sind eben mehr als nur dem Erfolg verpflichtete Wirtschaftsunternehmen.
  • Twit­ter / @tagesshow: Bis­chöfe über­prüfen … — das Kondomverbot
Lifestyle

kannitverstan

In Biele­feld ist Social­Me­dia für mich so angekom­men: Der eine und der andere began­nen vor knapp 10 Jahren, Blogs zu schreiben. Dadurch entsprangen die ersten Kon­takte. Es kristallisierte sich eine hüb­sche Blog­ger­szene her­aus. Die Blog­ger kan­nten sich untere­inan­der und fühlten sich wohl in dieser Inter­netwelt. Mir ging es da noch gar nicht darum, mit anderen in Kon­takt zu treten, wieso auch?
Was mich deut­lich später aus den Puschen jagte, war Twit­ter. Dieses neue Sozialir­gend­was­d­ing, das ich so wenig ver­stand. Ich habe Tage lang Biele­felder Twit­terer gele­sen, um von außer­halb zu ver­ste­hen, was die da wie machen. Ich habe es kaum ver­standen. Irgendwelche Kurzsätze in die Welt posaunen? An wen gerichtet? Mit welchem Inhalt? Ich musste da rein. Learn­ing by doing.
Dann kam es irgend­wann dazu, dass die Biele­felder Twit­terer ein Nach­mit­tagskaf­feekränzchen machen woll­ten, wieso nicht? Ich kan­nte eigentlich nie­man­den. Und ich kenne auch heute noch nie­man­den in meinem Nicht­sozial­net­zw­erki­gen Umfeld, dass auf der­ar­tiges anspringt. Aber, wenn man schon mal dabei ist, nichts wie hin. Learn­ing by doing.
So lernte man inter­es­sante Men­schen ken­nen. Den Rou­ven, den Denis, den Dirk, den Hol­ger, den Michael, den Sacha, Miss James, den Sven, den Mar­cel, Air­sign. Alles Orig­i­nale. Alles aber auch so Leute, die den Kitzel ken­nen, jeman­den Inter­es­santes ken­nen­zuler­nen, ohne einen recht­fer­ti­gen­den All­t­ags­bezug vor­weisen zu kön­nen. Als ob sowas nötig wäre.

Wie bei allen anre­gen­den Inter­net­geschichten, ver­größerte sich der Kreis dieser Gruppe, die sich regelmäßig zum Bielefelder-Blog-und-Twitter-Stammtisch, kurz Biblo­stati, traf. Er ver­größerte sich meist aber nicht um Leute, die den gle­ichen Anreiz zu sowas hat­ten wie ihre Vorgänger. Der Anreiz war nun eher, über das Soziale Net­zw­erk zu einer Gruppe zu gehören. Das ist auch gar nichts Verkehrtes, jede Gruppe lebt irgend­wie von neuen Ein­flüssen. Und den Biblo­stati gibt es bis heute.
Ich weiß aber noch, dass damals beim Kaf­feekränzchen sich alle mit dieser komis­chen Gruppe beschäftigten. Das wurde auch durch die Anwe­sen­heit von Sil­bereisen befeuert, einem Macho in Jesus-Latschen, der deut­lich jün­gere Damen vom Nach­bar­tisch ein­fach durch Aura bezirzen wollte.
Jeden­falls, der Biblo­stati wurde auch stark zu einem Gad­get­stati, dauernd zückte jemand sein als Tele­fon getarn­ten Klein­com­puter, um was nach zuschauen oder zu tip­pen. Während die Vorgänger die Online– und die Offline-Welt noch getrennt hat­ten, ver­mis­chte sich das nun zuse­hends. Ich fand und finde das komisch. Ich brauche keine Com­put­erkrücke, um mit anderen Kon­takt aufzunehmen. Ich muss mir nicht von Fir­men auf­drän­gen lassen, dass ich was und was genau ich im Inter­net mache. Und welches teure Gerät ich mir am Besten dazu kaufen sollte. Ab und an rechne ich mir durch, wie lange ich ein so teures Gerät täglich benutzen müsste, damit es sich ren­tiert. Ich weiß ja noch nicht ein­mal, was das heißen soll, dass sich so ein Gerät ren­tiert. Es klaut mir ja doch nur meine Zeit für Unterhaltung.

Ich habe einen der 2. Gen­er­a­tion mal darauf ange­sprochen und der beschwichtigte, nein, so schlimm sähe er das nicht, für ihn sei seine Com­put­erkrücke eben Lifestyle.

JA, EBEN! Nicht mal deine Sprache haben sie dir gelassen.

[ Foto: Rachel PaschWhat part of… | CC BY-NC 2.0 ]

Guten Morgen

Morgenkaffee Freddy Quinn wird heute 80. Her­zlichen Glückwunsch!

Die Finanzkrise hat 13 Mil­lio­nen Arbeit­splätze ver­nichtet.

Beim Früh­stück bei Ste­fanie weiß man, zu wem man bei der Schei­dung von Mross und Her­tel hält:

Und während ich mir die Frage stelle: Wie haben eigentlich Mar­i­anne und Michael die Kurve gekriegt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Das Schweigen der Quandts

[ Video auf Google Video ]

Guten Morgen

MorgenkaffeeDie Quandts sprechen darüber, wie ein Fernse­hfilm ihnen schmer­zlich ihre Fam­i­liengeschichte vorge­hal­ten hat.

Edmund Stoiber wird heute 70 und der Focus geht der Frage nach, wann sein Abstieg begann. Herib­ert Prantl meint, Stoiber gehe es heute besser als seiner Partei.

Let­zte Woche habe ich aus Verse­hen ihn zweimal gebracht, diese Woche — ver­sprochen — sicher nur ein­mal: Christoph Süß über Denkver­bote und Sprechge­bote:

Und während ich mir die Frage stelle: Reden die Quandts jetzt nur oder reagieren sie auch? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Unfundierte Papstkritik von Schmidt-Salomon

Naja, so gerne ich über den Papst herziehe, hier ist Herr Schmidt-Salomon schlicht auf dem Holzweg, weil er weder in der philosophis­chen Natur­recht­slehre, in der Men­schen­recht­slehre, noch in den Schriften des Pap­stes bele­sen zu sein scheint:

Als „krasse Geschichtsver­fälschung“ wertete Schmidt-Salomon, dass der Papst vor dem Par­la­ment behauptete, „dass die Idee der Men­schen­rechte und die Idee der Gle­ich­stel­lung aller Men­schen von der Überzeu­gung eines Schöpfer­gottes her entwick­elt wor­den sei. Denn diese Rechte mussten von säku­laren Kräften gegen den erbit­terten Wider­stand der kirch­lichen Schöp­fungs­gläu­bi­gen erstrit­ten wer­den. Über viele Jahrzehnte haben Päp­ste, Kardinäle, Bis­chöfe die Men­schen­rechte als gottes­läster­liche Selb­stan­maßung verdammt.

[ Kor­rek­ter Weise heißt es beim Papst: “Idee der Gle­ich­heit aller Men­schen vor dem Recht”, sprich: vor dem Gesetz. Über­haupt schon ein dickes Ding, wenn jemand, der sich Philosoph nennt, “vor dem Recht” aus­lässt und mit­tels dieser Aus­las­sung einen gän­zlich anderen Gedanken verfolgt. ]

Nein, das stimmt so nicht, die Men­schen­rechte haben his­torisch ihren Ursprung im christlichen Bere­ich. Nachzule­sen in Scott Gor­don Swan­sons The medieval foun­da­tions of John Locke’s the­ory of nat­ural rights: rights of sub­sis­tence and the prin­ci­ple of extreme neces­sity.

Ser­iöse Jour­nal­is­ten soll­ten, so Schmidt-Salomon, auch wis­sen, warum Benedikt XVI. aus­gerech­net das „Natur­recht“ zum zen­tralen Thema seiner Bun­destagsrede machte: „Das Insistieren auf eine natur­rechtliche Begrün­dung von Recht­snor­men hat selb­stver­ständlich nichts mit den Überzeu­gun­gen eines ‚grü­nen Pap­stes‘ zu tun, wie schlecht informierte Medi­en­leute in die Welt hin­aus­posaun­ten. Tat­säch­lich geht es hier um die ver­meintliche ‚Natür­lichkeit‘ beziehungsweise ‚Wider­natür­lichkeit‘ men­schlicher Verhaltensweisen.

Das ist auch eine falsche Fährte: Der Papst folgt im Natur­recht weitest­ge­hend Kant (und ger­ade nicht den alten Sit­tlichkeitspara­graphen, wie Schmidt-Salomon unter­stellt), daher auch die Nähe Ratzingers zur Philoso­phie und zum Ver­nun­ft­be­griff. Dass er zudem meint, Schwul­sein wäre gegen die Natur ist eine andere Geschichte und hat mit der philosophis­chen Her­leitung von Moral, um die es bei der Rede vom Natur­recht geht, nichts zu tun. Ratzinger und Kant unter­schei­det die Frage, warum Moral verbindlich ist. Das sei, so Ratzinger, dem Men­schen ins Herz geschrieben. Das ist mit Kant nicht zu machen.

Aktu­al­isierung
Man kön­nte übri­gens anhand der Tit­ulierung “Philosoph” meinen, dass Schmidt-Salomon wis­senschaftlich aus­ge­bilde­ter Philosoph sei. Ist er aber nicht. Er ist Päd­a­goge. Das erk­lärt einiges.

[ via ]
September 2011
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