Mahlzeit!

The winterfrost

That’s just what hap­pens if you pee out­side these days:

Die Schwierigkeit von Blogartikelüberschriften

Wie ich ger­ade noch so rumzappe, tre­ffe ich in ServusTV auf ein Inter­view mit August Diehl. Und das gibt es bis­lang wohl nicht online, sonst hätte ich es ver­linkt. Aber man kann es ja auch ein­fach ansprechen und nach Bedarf suche sich der Leser dieser Zeilen das ein­fach sel­ber raus.

Jeden­falls redete er darüber, dass er es ver­wun­der­lich findet, wie Men­schen ihr Leben als zu erzäh­lende Geschichte begrif­fen, und ob das nicht eine schöne Lüge sei, wo es doch meis­tens nur aus Momenten besteht. Und so kön­nte man seinem Leben auch nur am Schluss für eine Biogra­phie einen Titel geben. Schön kurz solle er sein.

Und ja da dachte ich, liegt was drin. Ich mag Blog­a­r­tikelüber­schriften oft­mals nicht, weil ich mich gezwun­gen sehe, etwas run­tergeschrieben zu haben, was dann auch der Über­schrift entspricht. Und das wider­spricht sich für mich eigentlich dem Bloggen, das ja oft­mals nur aus dem Raus­posaunen von unabgeschlosse­nen Gedanken besteht.

Witziger­weise habe ich für diesen Artikel eine Überschrift.

Demobefindlichkeit

In Düs­sel­dorf sollen wöchentlich Dügida-Demonstrationen stat­tfinden, also Düsseldorfer-gegen-die-Islamisierung-des-Abendlandes. Mein Aufre­gungszen­trum springt darauf nicht an, auch wenn ich vor Ort wohne. Vielle­icht ein­er­seits, weil unter den Demon­straten vor allem Nicht­düs­sel­dor­fer mitren­nen, vielle­icht auch, weil es die Welt nicht inter­essiert, wofür eine Hand­voll Düs­sel­dor­fer nun sich ausspricht oder nicht. Aber wesentlich wohl auch, weil Demos in Düs­sel­dorf selbst meis­tens unter dem Lokalradar herspatzieren.

Das haben die Ini­tia­toren nun auch mal geschnallt und wollen nicht mehr am Land­tag demon­stri­eren, wo sich abends nicht mal Fuchs und Igel Gute Nacht sagen. Aber ein anderer Platz wird da auch nichts ändern. Dügida zählt zu den Demos, die sich nach einem Mal des Auftretens über­lebt haben. Dass sie es in die heute-show geschafft haben, wenn auch nur als Bespot­tung­sob­jekt, war mehr als man erwarten kon­nte. Überm Radar wäre man ab 5000 Mit­marschier­ern, dazu müsste man zehn­mal mehr Leute bewe­gen als bis­lang. Das traue ich diesen Torf­nasen ein­fach nicht zu.

Und so wer­den sie auch weit­er­hin Lügen­presse brüllen, aber nicht erken­nen, dass es eben diese Presse gewe­sen ist, die diese Demo, die ohne Presse und Gegen­demon­straten nicht der Rede wert gewe­sen wäre, Dügida mit bekannt gemacht hat — und genauso fallen lassen kann.

The two worst things

We’ve had it about lists and we’ve had it about things going on on the toi­let. What about list about things going on on a toilet?

Tütengrünkohlpfanne

Als lei­den­schaftlicher Koch kenne ich natür­lich die guten Tüten­pro­dukte vom Dis­counter um die Ecke, denn man hat ja nicht immer Zeit, stun­den­lang in der Küche zu ste­hen, um in den leeren Kühlschrank zu gucken. Und so grin­ste mich eines Tages mal eine Tüte Grühnkohlp­fanne im Super­mark­tkühlre­gal an. Und wie wir alle wis­sen ist Grühnkohl die Leib-und-Magenspeise des West­falen. Also nix wie rin in den Einkauf­swa­gen für schlechte Zeiten.

Als West­falem ist Grünkohl ja fast schon iden­titätss­tif­tend, da weiß man genau, wie das schmecken soll und wann. Es ist ein Win­terg­ericht und muss herb schmecken, mit ordentlich Kartof­feln dabei, Rauch­fleisch und Senf, damit der Verkoster das gesamte Pro­dukt geschmack­lich in eine eigens passende Geschmack­srich­tung führen kann.

Dieses Tiefkühlgericht möchte es mir also abnehmen, die sim­plen Zutaten für’s klas­sis­che Grünkohlgericht, Kartof­feln und Fleisch, was sich in dieser Ver­sion als Met­twurst­stückchen dar­legt, extra zu besor­gen. Hinzu kom­men bei dieser Tüte Zitro­nen­säure, mod­i­fizierte Mais­stärke. Senf ist schon mit drin. Zwiebeln auch. Wozu das denn?

Irgend­wann kommt dann der Tag, an dem einem nicht ein­fällt, was man ger­ade kochen möchte, oder keine Zeit für’s Kochen findet, und man ist froh, dass man noch einen Vorschlag im Kühlschrank hat. Also raus mit der Tüte und los geht’s:

Den gesamten tiefge­frohre­nen Beutelin­halt mit 4–5 EL Wasser in einer Pfanne mit Deckel geben und auf hoher Stufe 3–4 Minuten erhitzen, danach durch­garen lassen, bis sich die Grühnkohlpucks kom­plett aufgelöst haben.

Die wer? Ah, okay:

gruenkohlpucks

Vielle­icht kann man damit kurzfristig Öko-Eishockey spie­len. Essen muss man das Ganze jeden­falls nicht unbe­d­ingt, wie der Geschmack­stest zeigt: Das gesamte Gericht ist darauf aus­gelegt, möglichst nicht herb zu schmecken. Dazu tra­gen Zucker und Zwiebeln mit bei. Kartof­feln und Met­twurst­stückchen sind so kleingeschnibbelt, dass sie ger­ade noch so wahrgenom­men wer­den kön­nen. Wozu das Ganze schon mit Senf abgeschmeckt wor­den ist, bleibt mir ein Rät­sel. Der oblig­a­torische Klacks Extrasenf har­moniert dann auch nur bed­ingt mit dem Gericht, da sich beim Grünkohl erst nach aus­giebigem Kaufen eine herbe Note zeigt.

Man bekommt mit diesem Gericht eine warme Mahlzeit vorge­setzt, wofür man sich aber wohl nur beim Herd bedanken sollte. Es ist nicht wirk­lich schlecht, aber auch nicht ein­prä­gend gut. Nach dem Verzehr ver­steht man zumin­d­est jene, die Grünkohlgerichten nichts abgewin­nen kön­nen. Wer geschmack­vollen Grünkohl aufgetis­cht sehen möchte, der muss anders an die Sache herangehen.

Adriana Altaras — Doitscha

buchleser Dieses Buch hat mich doch sehr irri­tiert. Es wird von Kri­tik­ern dur­chaus gelobt, nur kann ich dem nichts abgewin­nen. Eine jüdis­che Mut­ter hat ihr Fam­i­lien­leben, dass von der ener­gis­chen Auseinan­der­set­zung ihres Sohnes David mit dem mün­ster­ländis­chen Vater geprägt ist, zu organ­isieren. Hier­brei tre­f­fen Tem­pera­ment und Iden­titäts­find­ung aufeinan­der.
Es fehlt dem Buch an sprach­lichem Niveau, wobei es nicht boden­los schlecht for­muliert ist, nur eben reizarm, nicht erhel­lend, platt. Es ist eine Art Gaby Hau­upt­mann für eine jüdis­che Pro­tag­o­nistin. Wenn diese allerd­ings jüdisch als genetisch vererbt betra­chtet und auch sonst jüdisch eher ein Acces­soir als Überzeu­gung ist, verkommt die ganze Geschichte zu Plapperei.

Boah, Leute

Passend zur Wei­h­nacht­szeit hat da auf red­dit jemand die Bibel in Kurz­fas­sung zur Ver­fü­gung gestellt. In der Über­set­zung heißt es in etwa:

Schöp­fungs­geschichte

Gott: Na gut, ihr beide da, tut nicht das Ver­botene. Anson­sten: viel Spaß.
Adam & Eva: Alles klar.
Der Teufel:: Macht mal das Ver­botene, geht schon in Ord­nung.
Adam & Eva: Okay.
Gott: Was geht ab!?
Adam & Eva: Wir taten das Ver­botene.
Gott: Boah, Leute!

Der Rest des Alten Testaments

Gott: Ihr seid mein Volk, ihr soll­tet gewisse Dinge nicht tun.
Volk: Wer­den wir nicht.
Gott: Sehr gut.
Volk: Ups, haben wir doch.
Gott: Boah, Leute.

Die Evan­gelien

Jesus: Ich bin der Sohn Gottes. Auch wenn ihr diese welchen Dinge getan habt, lieben der Vater und ich euch noch immer. Tut nur diese Dinge nicht mehr.
Geläuterte Leute: Okay! Danke viel­mals!
Das gemeine Volk: Wir haben nie gese­hen, dass er sowas tat. Aber wer weiss schon, was er tut, wenn keiner hin­schaut.
Jesus: Ich habe sowas nie getan.
Das gemeinen Volk: Wir kla­gen dich zumin­d­est wegen dieser Dinge an.
Pila­tus: Hast du sowas getan?
Jesus: Nein.
Pila­tus: Er hat sowas nicht getan.
Das gemeine Volk: Tötet ihn sowieso.
Pila­tus: Okay.
Jesus: Boah, Leute.

Die Briefe des Paulus

Leute: Wir haben diese ver­bote­nen Dinge getan.
Paulus: Jesus liebt euch den­noch, und weil ihr ihn liebt, werdet ihr diese Dinge unter­lassen.
Leute: Okay.

Die Briefe des Paulus, Teil II

Peo­ple: Wir haben’s schon wieder getan.
Paulus: Boah, Leute.

Die Offen­barung

Johannes: Wenn Jesus wiederkehrt, wer­den keine Leute mehr diese Dinge tun. Bis dahin, unter­lasst diese Dinge.

Das Ende

Wahnsinn, Leute. Danke für das Gold, die net­ten Worte und die Zustimmung!

Die fehlende Stimme

In Deutsch­land startet ein neuer Nachricht­ensender, der den Anspruch erhebt, das bish­erige jour­nal­is­tis­che Feld um eine fehlende Stimme zu erweit­ern. Dem vom rus­sis­chen Staat haupt­säch­lich finanzierten Sender Kri­tis­ches Rus­s­land (kRud) wird dur­chaus zuge­traut, bes­timmte Ziel­grup­pen zu erre­ichen. Unser Reporter Har­ald Tribüne sprach mit dem Chefredak­teur von kRud, Herrn Wada Iknow.

Harald TribüneHerr Iknow, Kri­tis­ches Rus­s­land soll die deutsche Pres­se­land­schaft erweit­ern, was fehlt ihr denn?

Wir haben fest­gestellt, dass die Bere­itschaft für Infor­ma­tion­süber­mit­tlung von Staatlich­snachrichten nicht so gut funk­tion­iert wie bei uns. Wir haben beim Duis­burger Zoo nachge­fragt, ob Genosse Putin ein­mal kurz vor­bei schauen kön­nte, um im Affenkä­fig als inter­na­tionalem Fit­ness­be­weis an Lia­nen seine muti­gen Klet­terkün­ste vorzuzeigen, aber das wollte man den Affen nicht zumuten. Aber gut, machen wir Infor­ma­tion­ssendung ohne Tiere.

In ihrer Pressemit­telung sagen Sie, dass dem Jour­nal­is­mus eine fehlende Stimme zuge­ord­net wer­den soll, befindet sich der kri­tis­che Jour­nal­is­mus in Deutsch­land so in der Krise?

Ja, sehen Sie: Auch Kri­tik braucht eine Gegen­stimme. Das ist unser Anspruch.

Dem Sie aber nur insofern nachkom­men, als dass Sie alles auf Mei­n­ungsniveau nievellieren.

Wir hal­ten unsere Ziel­gruppe für stark genug, um sich aus dem Port­fo­lio selbst eine Mei­n­ung zu bilden.

Wobei Sie selbst kein gesamtheitliches Bild anvisieren, son­dern Sie berichten nur über ange­bliche Sachver­hal­ten, die fehlen. Wie wollen sie die aus­machen, wenn sie kein gesamtheitliches Bild zu Grunde legen?

Wir lesen andere Zeitun­gen und die wer­den ja wenig­stens etwas richtig machen kön­nen oder denken Sie nicht?

In diesen Zeitun­gen wer­den die Ver­schwörungs­the­o­retiker, deren Sie sich bedi­enen, ja wohl deswe­gen kaum in sach­lichen Analy­sen dargestellt, weil sie einer kri­tis­chen Darstel­lung eines Sachver­halts nicht dienen.

Auch das gehört zur Wahrheit, finden Sie nicht?

Aber das ist doch schon bekannt. Finden Sie nicht, sie dienen unterm Strich nur der Unter­wan­derung des west­lichen Jour­nal­is­mus’ durch plumpe rus­sis­che Propaganda?

Ja, sehen Sie: Solche Ver­hält­nisse gibt es doch längst. Der Öffentliche Rund­funk in Deutsch­land ist von der Poli­tik ges­teuert und der Nachricht­en­sprecher der Bun­desregierung hat auch kein Prob­lem damit, Jour­nal­is­mus mit Pro­pa­ganda zu tauschen und sich auf 140 Zeichen zu begren­zen. Wir sind insofern auch eine Art Spiegel. Aber eher der von früher, nicht dieses Lifestyle­heft unserer Tage.

Herr Iknow, bis hier­her: Vie­len Dank für das Gespräch.

Christian Steiffen vom NDR geschnitten?

Chris­t­ian Steif­fen ist bei der November-Ausgabe von Ham­burg Sounds aufge­treten. Zusam­men mit Valerie Sajdik sang er erst­mals das Lied “Du und ich” live. Aber so recht passt das dem NDR nichts ins Bild:

Drei Frauen, drei starke Stim­men — drei Stun­den tolle Musik, so lässt sich der Mon­tagabend in der Alton­aer Fab­rik zusammenfassen.

Ja, äh, unter der Prämisse, dass man unter den Tisch fallen lässt, dass auf der Bühne auch ein Mann gesun­gen hat, lässt sich das so zusam­men fassen. Das sollte man sich mal in umgekehrter Kon­stel­la­tion trauen. Oder hat das Pub­likum den Sänger nicht wahrgenom­men:

Drei Sän­gerin­nen haben am Mon­tagabend das Pub­likum von Ham­burg Sounds verza­ubert — mit san­ften Tönen, starken Stim­men und Tex­ten, die unter die Haut gingen.

Natür­lich gehen auch die Texte von Chris­t­ian Steif­fen irgend­wie unter die Haut, aber das hätte ich so auch nicht in den Text geschrieben. Jeden­falls kur­siert das Gerücht, als solle sein Auftritt in der Hör­funknachbeschal­lung am Sam­stag dem Schnitt zum Opfer fallen.

Da fra­gen wir doch mal nach.

The right coordination

I hope no guy is present at that time:

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