Mahlzeit!

Facebookrauswurf

Ger­ade weil Face­book nach Ger­ate­wohl danach fragt, ob man zum Betreten seines Pro­fils noch mal eben Sicher­heitsabfra­gen beant­worten kön­nte oder über Fotos Fre­unde iden­ti­fizieren, habe ich einige Fake-Profile laufen, damit nicht der Fall ein­tritt, dass man an irgendwelche Facebook-Seiten nicht mehr dran kommt. Seit kurzem ver­wende ich den Epic-Browser auss­chließlich für Face­book. Und dieser scheint Face­book das Leben schwer zu machen.

Jeden­falls kom­men dauernd Sicher­heitsabfra­gen und die Angabe, von welchem Ort aus ich ger­ade etwas von mir lasse, stimmt kaum noch. Jetzt hat Face­book ein Fake-Profil von mir raus­ge­kickt, dass ich mit Hochladen eines Ausweises wieder befreien könne:

facebookausweis

Ich habe noch nie ein Foto hochge­laden, über das ich klar iden­ti­fiziert wer­den kön­nte. Über diese Schiene käme Face­book genau an so ein Bild. Abge­se­hen, dass das Kopieren der­ar­tiger Ausweise in Deutsch­land immer noch nicht legal ist, würde ich auch lieber mein bish­eriges Facebook-Profil in den Wind schießen, als Face­book ein Bild meines Ausweises zu schicken.

Kaffeeschlürfer 10: Barcamp Netzpolitik

Down­load

Bohemian carsody

The winterfrost

That’s just what hap­pens if you pee out­side these days:

Die Schwierigkeit von Blogartikelüberschriften

Wie ich ger­ade noch so rumzappe, tre­ffe ich in ServusTV auf ein Inter­view mit August Diehl. Und das gibt es bis­lang wohl nicht online, sonst hätte ich es ver­linkt. Aber man kann es ja auch ein­fach ansprechen und nach Bedarf suche sich der Leser dieser Zeilen das ein­fach sel­ber raus.

Jeden­falls redete er darüber, dass er es ver­wun­der­lich findet, wie Men­schen ihr Leben als zu erzäh­lende Geschichte begrif­fen, und ob das nicht eine schöne Lüge sei, wo es doch meis­tens nur aus Momenten besteht. Und so kön­nte man seinem Leben auch nur am Schluss für eine Biogra­phie einen Titel geben. Schön kurz solle er sein.

Und ja da dachte ich, liegt was drin. Ich mag Blog­a­r­tikelüber­schriften oft­mals nicht, weil ich mich gezwun­gen sehe, etwas run­tergeschrieben zu haben, was dann auch der Über­schrift entspricht. Und das wider­spricht sich für mich eigentlich dem Bloggen, das ja oft­mals nur aus dem Raus­posaunen von unabgeschlosse­nen Gedanken besteht.

Witziger­weise habe ich für diesen Artikel eine Überschrift.

Demobefindlichkeit

In Düs­sel­dorf sollen wöchentlich Dügida-Demonstrationen stat­tfinden, also Düsseldorfer-gegen-die-Islamisierung-des-Abendlandes. Mein Aufre­gungszen­trum springt darauf nicht an, auch wenn ich vor Ort wohne. Vielle­icht ein­er­seits, weil unter den Demon­straten vor allem Nicht­düs­sel­dor­fer mitren­nen, vielle­icht auch, weil es die Welt nicht inter­essiert, wofür eine Hand­voll Düs­sel­dor­fer nun sich ausspricht oder nicht. Aber wesentlich wohl auch, weil Demos in Düs­sel­dorf selbst meis­tens unter dem Lokalradar herspatzieren.

Das haben die Ini­tia­toren nun auch mal geschnallt und wollen nicht mehr am Land­tag demon­stri­eren, wo sich abends nicht mal Fuchs und Igel Gute Nacht sagen. Aber ein anderer Platz wird da auch nichts ändern. Dügida zählt zu den Demos, die sich nach einem Mal des Auftretens über­lebt haben. Dass sie es in die heute-show geschafft haben, wenn auch nur als Bespot­tung­sob­jekt, war mehr als man erwarten kon­nte. Überm Radar wäre man ab 5000 Mit­marschier­ern, dazu müsste man zehn­mal mehr Leute bewe­gen als bis­lang. Das traue ich diesen Torf­nasen ein­fach nicht zu.

Und so wer­den sie auch weit­er­hin Lügen­presse brüllen, aber nicht erken­nen, dass es eben diese Presse gewe­sen ist, die diese Demo, die ohne Presse und Gegen­demon­straten nicht der Rede wert gewe­sen wäre, Dügida mit bekannt gemacht hat — und genauso fallen lassen kann.

The two worst things

We’ve had it about lists and we’ve had it about things going on on the toi­let. What about list about things going on on a toilet?

Tütengrünkohlpfanne

Als lei­den­schaftlicher Koch kenne ich natür­lich die guten Tüten­pro­dukte vom Dis­counter um die Ecke, denn man hat ja nicht immer Zeit, stun­den­lang in der Küche zu ste­hen, um in den leeren Kühlschrank zu gucken. Und so grin­ste mich eines Tages mal eine Tüte Grühnkohlp­fanne im Super­mark­tkühlre­gal an. Und wie wir alle wis­sen ist Grühnkohl die Leib-und-Magenspeise des West­falen. Also nix wie rin in den Einkauf­swa­gen für schlechte Zeiten.

Als West­falem ist Grünkohl ja fast schon iden­titätss­tif­tend, da weiß man genau, wie das schmecken soll und wann. Es ist ein Win­terg­ericht und muss herb schmecken, mit ordentlich Kartof­feln dabei, Rauch­fleisch und Senf, damit der Verkoster das gesamte Pro­dukt geschmack­lich in eine eigens passende Geschmack­srich­tung führen kann.

Dieses Tiefkühlgericht möchte es mir also abnehmen, die sim­plen Zutaten für’s klas­sis­che Grünkohlgericht, Kartof­feln und Fleisch, was sich in dieser Ver­sion als Met­twurst­stückchen dar­legt, extra zu besor­gen. Hinzu kom­men bei dieser Tüte Zitro­nen­säure, mod­i­fizierte Mais­stärke. Senf ist schon mit drin. Zwiebeln auch. Wozu das denn?

Irgend­wann kommt dann der Tag, an dem einem nicht ein­fällt, was man ger­ade kochen möchte, oder keine Zeit für’s Kochen findet, und man ist froh, dass man noch einen Vorschlag im Kühlschrank hat. Also raus mit der Tüte und los geht’s:

Den gesamten tiefge­frohre­nen Beutelin­halt mit 4–5 EL Wasser in einer Pfanne mit Deckel geben und auf hoher Stufe 3–4 Minuten erhitzen, danach durch­garen lassen, bis sich die Grühnkohlpucks kom­plett aufgelöst haben.

Die wer? Ah, okay:

gruenkohlpucks

Vielle­icht kann man damit kurzfristig Öko-Eishockey spie­len. Essen muss man das Ganze jeden­falls nicht unbe­d­ingt, wie der Geschmack­stest zeigt: Das gesamte Gericht ist darauf aus­gelegt, möglichst nicht herb zu schmecken. Dazu tra­gen Zucker und Zwiebeln mit bei. Kartof­feln und Met­twurst­stückchen sind so kleingeschnibbelt, dass sie ger­ade noch so wahrgenom­men wer­den kön­nen. Wozu das Ganze schon mit Senf abgeschmeckt wor­den ist, bleibt mir ein Rät­sel. Der oblig­a­torische Klacks Extrasenf har­moniert dann auch nur bed­ingt mit dem Gericht, da sich beim Grünkohl erst nach aus­giebigem Kaufen eine herbe Note zeigt.

Man bekommt mit diesem Gericht eine warme Mahlzeit vorge­setzt, wofür man sich aber wohl nur beim Herd bedanken sollte. Es ist nicht wirk­lich schlecht, aber auch nicht ein­prä­gend gut. Nach dem Verzehr ver­steht man zumin­d­est jene, die Grünkohlgerichten nichts abgewin­nen kön­nen. Wer geschmack­vollen Grünkohl aufgetis­cht sehen möchte, der muss anders an die Sache herangehen.

Adriana Altaras — Doitscha

buchleser Dieses Buch hat mich doch sehr irri­tiert. Es wird von Kri­tik­ern dur­chaus gelobt, nur kann ich dem nichts abgewin­nen. Eine jüdis­che Mut­ter hat ihr Fam­i­lien­leben, dass von der ener­gis­chen Auseinan­der­set­zung ihres Sohnes David mit dem mün­ster­ländis­chen Vater geprägt ist, zu organ­isieren. Hier­brei tre­f­fen Tem­pera­ment und Iden­titäts­find­ung aufeinan­der.
Es fehlt dem Buch an sprach­lichem Niveau, wobei es nicht boden­los schlecht for­muliert ist, nur eben reizarm, nicht erhel­lend, platt. Es ist eine Art Gaby Hau­upt­mann für eine jüdis­che Pro­tag­o­nistin. Wenn diese allerd­ings jüdisch als genetisch vererbt betra­chtet und auch sonst jüdisch eher ein Acces­soir als Überzeu­gung ist, verkommt die ganze Geschichte zu Plapperei.

Boah, Leute

Passend zur Wei­h­nacht­szeit hat da auf red­dit jemand die Bibel in Kurz­fas­sung zur Ver­fü­gung gestellt. In der Über­set­zung heißt es in etwa:

Schöp­fungs­geschichte

Gott: Na gut, ihr beide da, tut nicht das Ver­botene. Anson­sten: viel Spaß.
Adam & Eva: Alles klar.
Der Teufel:: Macht mal das Ver­botene, geht schon in Ord­nung.
Adam & Eva: Okay.
Gott: Was geht ab!?
Adam & Eva: Wir taten das Ver­botene.
Gott: Boah, Leute!

Der Rest des Alten Testaments

Gott: Ihr seid mein Volk, ihr soll­tet gewisse Dinge nicht tun.
Volk: Wer­den wir nicht.
Gott: Sehr gut.
Volk: Ups, haben wir doch.
Gott: Boah, Leute.

Die Evan­gelien

Jesus: Ich bin der Sohn Gottes. Auch wenn ihr diese welchen Dinge getan habt, lieben der Vater und ich euch noch immer. Tut nur diese Dinge nicht mehr.
Geläuterte Leute: Okay! Danke viel­mals!
Das gemeine Volk: Wir haben nie gese­hen, dass er sowas tat. Aber wer weiss schon, was er tut, wenn keiner hin­schaut.
Jesus: Ich habe sowas nie getan.
Das gemeinen Volk: Wir kla­gen dich zumin­d­est wegen dieser Dinge an.
Pila­tus: Hast du sowas getan?
Jesus: Nein.
Pila­tus: Er hat sowas nicht getan.
Das gemeine Volk: Tötet ihn sowieso.
Pila­tus: Okay.
Jesus: Boah, Leute.

Die Briefe des Paulus

Leute: Wir haben diese ver­bote­nen Dinge getan.
Paulus: Jesus liebt euch den­noch, und weil ihr ihn liebt, werdet ihr diese Dinge unter­lassen.
Leute: Okay.

Die Briefe des Paulus, Teil II

Peo­ple: Wir haben’s schon wieder getan.
Paulus: Boah, Leute.

Die Offen­barung

Johannes: Wenn Jesus wiederkehrt, wer­den keine Leute mehr diese Dinge tun. Bis dahin, unter­lasst diese Dinge.

Das Ende

Wahnsinn, Leute. Danke für das Gold, die net­ten Worte und die Zustimmung!

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