Gute Nacht da draußen, wo immer ihr auch seid.

Kohls ehemaliger Redenschreiber über die Piraten

Na, was soll man denn nun davon hal­ten? Der ehe­ma­lige Reden­schreiber Hel­mut Kohls Stephan Eisel fühlt sich berufen, vor dem Men­schen­bild der Piraten­partei zu warnen.

Ger­ade beim Kern­thema der Inter­net­partei tritt dabei die prob­lema­tis­che Grun­daus­rich­tung der Piraten offen zu Tage: Ihr Men­schen­bild ignori­ert die Ver­schiedenar­tigkeit und Gle­ich­w­er­tigkeit der Men­schen. Denn wer mit dem Inter­net nichts anfan­gen kann oder will, passt nicht in ihr dig­i­tales Welt­bild und gehört nicht zu den „Auser­wählten“ der neuen Zeit. Das Welt­bild der Piraten ver­weigert sich zudem kon­se­quent dem unverzicht­baren und unau­flös­baren Zusam­men­hang von Frei­heit und Ver­ant­wor­tung. Vor einem christlichen Men­schen­bild kann aber elitäres Gebaren ebenso wenig beste­hen wie die bedin­gungslose Vergöt­terung eines neuen Mediums.

Die Piraten­partei der­art als Sekte vorzustellen ist unge­fähr so fair, als wenn man alle Kohl-Verfehlungen auf Eisel beziehen würde. Warum über­haupt soll eine Partei so unge­mein religiös geprägt sein, wie Eisel meint? Der von Eisel vorge­fun­dene Eliten­be­griff ist schlicht von ihm selbst in die Piraten­partei rein­ge­le­sen wor­den und kann so selb­stver­ständlich leicht raus­ge­le­sen wer­den. Damit folgt Eisel eh dem katholis­chen Mantra, wer dem rechten Glauben abschwört, verehrt falsche Göt­ter. Abge­se­hen, dass dieses Vorge­hen zum Handw­erk­szeug eines Reden­schreibers gehört, ist diese Finte strunzdämlich.

Daneben ist ja der let­zte Satz schon von ent­lar­ven­der Ein­fältigkeit: Vor dem christlichen Men­schen­bild kann elitäres Gebaren nicht beste­hen? Schon lange keinen kri­tis­chen Blick mehr auf die Katholis­che Kirche gewor­den, was, Herr Eisel?

Nein, nein, die Piraten sind sicher­lich unge­mein kri­tisierungs­bedürftig, man kriegt sie aber sicher nicht mit dem unkritisch-christlichem Gefasel aus den 80ern.

Erwin Pelzig — Ich däät gern wissen…

My Blackberry is not working

Wie der kritikbefreite Kontraste-Bericht zu Indect beim Focus weiterphantasiert wird

Es ist ja schon schlimm, wie unmod­eriert die INDECT-Geschichte bei Netzpolitik.org ein­wand­frei zu einer Ver­schwörungs­the­o­rie verkommt. Aber das weiß Clau­dia Frickel beim FOCUS prob­lem­los zu steigern. Unter Ver­weis auf die Kontraste-Sendung winkt sie sich fol­gende Weisheiten herbei:

Die EU will Indect 2012 erst­mals testen– bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Auf die Kri­tik reagierte die EU vor weni­gen Monaten, indem sie einen Ethikrat einsetzte.

Dass die EU INDECT 2012 erst­mals bei der Fußball-WM 2012 testen will, ist von Frickel frei erfun­den. Diese Erfind­ung basiert auf der Aus­sage eines ehe­ma­li­gen Pro­jek­t­mi­tar­beit­ers. Inzwis­chen hat die INDECT-Projektleitung gemeint, dass man INDECT keineswegs bei der Fußball-WM testen wolle. Das kann man in Zweifel ziehen, zumal Genehmi­gun­gen für Tests in den Sta­dien beste­hen, aber das Gegen­teil ohne Nach­weis zu behaupten, ist schlicht Irreführung des Lesers in Form einer Tat­sachen­be­haup­tung, die nichts weiter als Weit­er­tratschen eines Gerüchts ist.

Es ist eben­solcher Unsinn, dass die EU einen Ethikrat einge­setzt hat. Der Ethikrat des Pro­jekts wurde durch die Pro­jek­tleitzung selbst eingeführt.

Und auch die Zahl von 15 Mio. €, mit der ange­blich die EU das Pro­jekt fördere, ist falsch. Wie im Kontraste-Bericht wird auch in diesem FOCUS-Bericht vorge­gaukelt, aktuelle, kri­tis­che Recherchen seien die Grund­lage dieser Berichter­stat­tung. Dabei ist es nichts als unkri­tis­cher, unre­flek­tierter Tratsch.

Hübsch, nicht kritisch: Kontraste über INDECT

Für das Pro­jekt hyper­land sollte ich einen Text zu INDECT ver­fassen. Zur Pub­lika­tion kam es nicht, weil irgend­wann die Kom­mu­nika­tion abb­brach, auch weil sich kein aktueller und lokaler Aufhänger fand. Angekündigt war schon damals, dass das Thema im Elek­trischen Reporter vorkom­men sollte, was auch gemacht wurde — kurz nach­dem ich hier darüber berichtet hatte. Auf einen aktuellen Aufhänger hat man dann auch schlicht verzichtet. Ich würde mal ver­muten, dass mein Text so ini­tial für den EP wie der Bericht des EP für Kon­traste war, die gestern darüber berichtet haben:

[ via ]

Der Bericht von Kon­traste ist viel hüb­scher als der des Elek­trischen Reporters, sein Stand ist aber der von vor zwei Jahren. Der Aktu­al­ität­saufhänger, dass deutsche Wirtschaftsin­ter­essen eine Rolle spie­len, ist ziem­licher Quatsch. Das Pro­jekt ist schlicht nicht in deutscher Hand, Kam­era– und Gesicht­serken­nung­sun­ter­suchun­gen wer­den eh vor­angetrieben, auch für andere Pro­jekte. Schön auch die Ver­schleierung, dass der Experte Prof. Albrecht offen­bar gar nicht speziell zu INDECT befragt wor­den ist.

Die Pressemit­teilung des BKA, die am Ende durch die Mod­er­a­torin als aktuell dargestellt wird, ist inhaltlich eben­falls nichts aktuell Neues, son­dern das, was das BKA immer eingeräumt hat. Die Infor­ma­tion so darzustellen, als ob auf Drän­gen von Kon­traste der BKA sich gemeldet hätte, um aktuell etwas Neues einzuräu­men, ist eine Irreführung des Zuschauers. Ebenso ist die Anspielung auf die EM 2012 die uralte Wieder­gabe einer ein­ma­li­gen Bemerkung eines ehe­ma­li­gen Pro­jek­t­beteiligten. Das ist mal kri­tis­cher Jour­nal­is­mus. Offen bleibt auch, warum kein Ver­ant­wortlicher des Pro­jekts inter­viewt wurde. Aber das ist wohl das Prinzip der­ar­tiger For­mate: Jour­nal­is­mus soll hüb­sch sein, nicht ern­sthaft kritisch.

Dietmar Wischmeyer — Wowereits Visionen

Meine aufgeflogene Anonymität bei Google Plus

Die Über­schrift ist etwas irreführend, denn nie­mand hat meinen Klar­na­men mit meinem Pseu­do­nym iden­ti­fiziert. Sei’s drum: Jemand muss mich denun­ziert haben. Google lässt mich nicht mehr Google Plus als Too much infor­ma­tion (und Vari­a­tio­nen davon) ver­wen­den. Die Fürung eines Pseu­do­nyms bei Google Plus ist bei mir ger­ade mal 4 Tage lang gut gegan­gen, jetzt heißt mein Google Plus–Name nicht mehr Too much infor­ma­tion (ähn­liche Benutzer­na­men wie too much bun­nies gibt es weit­er­hin), son­dern Ste­fan Anders. Das ist genauso falsch, aber soll Google doch mal seine Mühlen anschmeißen und genau das raus­finden, wozu haben die so viele Daten?
Google wüßte, so schreiben sie extra bei dem Hin­weis auf ange­dro­hte Kom­plettsper­rung, d.i. aller Google-Dienste, wenn man den Namen nicht in einen für Google akzept­ablen ändert, das einige diese Ansicht zu Pseu­do­ny­men anders sehen, aber bla bla. Mit anderen meint man wohl den deutschen Geset­zge­ber.
Dabei geht es mir gar nicht im ersten Sinne um Anonymität, ich habe mir nur die Frage gestellt, ob ich notwendi­ger­weise über­all, d.i. auch wenn ich den Google Reader ver­wende, bei Google meinen Klar­na­men ste­hen haben muss. Nein, muss ich nicht. Meine Sätze sind auch ohne meinen Namen ver­ständlich. Es reagieren auch ohne meinen Klar­na­men intel­li­gente Leute auf meine Gedanken. Nie­mand erfährt durch meinen Klar­na­men einen wesentlichen Infor­ma­tion­s­gewinn, den er mit dem anderen Pseu­do­nym nicht gewinnt. Und ger­ade das fand ich witzig, das kann weiter gehen. Den Klar­na­men erfährt man eh, wenn man 1 und 1 zusam­men­zählen kann.
Außer­dem kann man mich auch über das Icon iden­ti­fizieren, nicht bloß über den Namen. Also ein­fach mal auf Google pfeif­fen, wenn die der­art auf die Rechte ihrer Nutzer pfeiffen.

Too much information auf Amazon.de

Unfass­bar schnell, also keine 3 Jahre nach Veröf­fentlichung, hat es mein Ver­lag geschafft, das Buch bei Ama­zon anbi­eten zu kön­nen. Müsste ich mal über­ar­beiten, wenn ich gaaaanz viel Zeit habe ;-).

iPhone 4S Werbevideo

Filmmittwoch: Stormbirds

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