Linktipp: sofaschmöker.de.

Kauderwelsch

In jeder Fam­i­lie gibt es doch so den einen Onkel, der etwas merk­würdig ist. Der bei Kaf­fee und Kuchen stört, wo man doch ger­ade so ein­hel­lig beisam­men sitzt. Der pein­liche Sachen vom Stapel lässt, wo aller immer so ver­schämt ins Off ver­suchen zu gucken. Dessen Thema man schle­u­nigst über­labern möchte.

Bei den Nach­barn meiner Oma war das früher deren alter Opa. Der stand immer im Vor­garten und hat von dort aus das Welt­geschehen kri­tisiert, immer in der Hoff­nung, aber auch etwas wehmütig, auf eine bessere Zeit: “Unter Adolf hätte es sowas nicht gegeben.” Sowas wie junge Mäd­chen in Jeans, laut fußball­tre­tende Knirbse, nicht­grüßende Spatziergänger, knat­ternde Mofas, schreiende Schulkinder auf dem Weg zum Bus, Män­ner, die voll­bepackt ihren nicht­stra­gen­den Frauen hin­ter­her­laufen, Türken. So ziem­lich alles, was an Men­schlichem die Straße rauf und runter kam.

Dabei war Adolf nur das Syn­onym für Kon­ser­v­a­tiv­ität. Das Sosein der Alten, das Unflex­i­ble, das Sich-nicht-mehr-ändern-wollen, die Vertei­di­gung der eige­nen Entwick­lung, unkri­tisier­bar ein­gelullt in den Gedanken, der Adolf hätte lediglich für all das ges­tanden. Wenn’s reg­nete wurde der Opa reinge­holt, so wie man den Son­nen­schirm rein­holt. Er wurde aber auch reinge­holt, wenn er für zu viel Auf­se­hen unter den Nach­barn sorgte. Man möchte eben nicht zu sehr Dorf­tratschthema sein.

Bei der CDU ist so ein alter Opa der Siegfried Kauder. Natür­lich darf ein jeder auch dort seine eigene Mei­n­ung haben. Inwieweit er sie bre­it­treten darf, wird aber schon noch kon­trol­liert. Kon­trol­liert, nicht gemobbt, das ist der CDU wichtig. So eine Mei­n­ung kann ja dur­chaus nüt­zlich sein, schließlich gibt es diverse Mei­n­un­gen in der CDU. Irgendwen wird man da schon bedienen.

Nun muss der Siggi wohl im Vor­garten ges­tanden haben und junge Men­schen kamen vor­bei. Die hat­ten sowas gemacht, wie ihre Mofas frisieren. Und, oh, wie ist der Siggi da ener­gisch gewor­den. Welch Frefeltat. Welch Unge­zo­gen­heit. Das muss ver­boten wer­den, streng­stens. Da muss man mit Härte range­hen. Damit die das mal ler­nen. Härte und Strenge, nicht die neu­mod­erne Tätschelver­we­ich­lichung. Das war schon früher gut so. Aus uns ist ja schließlich auch was gewor­den. Sowas brüllte der da im Vorgarten.

Da kamen dann ganz fix die Doro raus und der Peter und haben den Opa reinge­holt: Nee, nee, das ist jetzt nur ne Einzelmei­n­ung, die hat weder ne Mehrheit in unserem Haus, noch wird das ern­sthaft mit­ge­tra­gen, was der da im Vor­garten so raus­posaunt hat. Alles wieder gut, wir sind noch zurechnungsfähig.

Wo käme man da auch hin, wenn man jeden in der CDU ernst nehmen würde.

Der tierische Höhepunkt

Warum gehen wir mit den Nutztieren eigentlich so viel schäbiger um als mit den Haustieren? Irgendwo auch eine rhetorische Frage, wir haben ja sel­ber mit den Nutztieren kaum noch zu tun. Die fris­ten in abgeschlosse­nen Ställen ein tristes Dasein. Das schützt oft­mals die Tiere vor Krankheiten, und den Ver­braucher vor Skru­peln. Da haben es unsere Haustiere ja meist besser. Ver­sorgt mit Spiel­sachen, ordentlichem Fut­ter und Aufmerk­samkeit kann man bei manchen Haushal­ten ja schon von einem kleinen Schlaraf­fen­land reden.

Und wie dankt es einem das Haustier?

Filmmittwoch: Der letzte Tagtraum

Unfundierte Papstkritik von Schmidt-Salomon

Naja, so gerne ich über den Papst herziehe, hier ist Herr Schmidt-Salomon schlicht auf dem Holzweg, weil er weder in der philosophis­chen Natur­recht­slehre, in der Men­schen­recht­slehre, noch in den Schriften des Pap­stes bele­sen zu sein scheint:

Als „krasse Geschichtsver­fälschung“ wertete Schmidt-Salomon, dass der Papst vor dem Par­la­ment behauptete, „dass die Idee der Men­schen­rechte und die Idee der Gle­ich­stel­lung aller Men­schen von der Überzeu­gung eines Schöpfer­gottes her entwick­elt wor­den sei. Denn diese Rechte mussten von säku­laren Kräften gegen den erbit­terten Wider­stand der kirch­lichen Schöp­fungs­gläu­bi­gen erstrit­ten wer­den. Über viele Jahrzehnte haben Päp­ste, Kardinäle, Bis­chöfe die Men­schen­rechte als gottes­läster­liche Selb­stan­maßung verdammt.

[ Kor­rek­ter Weise heißt es beim Papst: “Idee der Gle­ich­heit aller Men­schen vor dem Recht”, sprich: vor dem Gesetz. Über­haupt schon ein dickes Ding, wenn jemand, der sich Philosoph nennt, “vor dem Recht” aus­lässt und mit­tels dieser Aus­las­sung einen gän­zlich anderen Gedanken verfolgt. ]

Nein, das stimmt so nicht, die Men­schen­rechte haben his­torisch ihren Ursprung im christlichen Bere­ich. Nachzule­sen in Scott Gor­don Swan­sons The medieval foun­da­tions of John Locke’s the­ory of nat­ural rights: rights of sub­sis­tence and the prin­ci­ple of extreme neces­sity.

Ser­iöse Jour­nal­is­ten soll­ten, so Schmidt-Salomon, auch wis­sen, warum Benedikt XVI. aus­gerech­net das „Natur­recht“ zum zen­tralen Thema seiner Bun­destagsrede machte: „Das Insistieren auf eine natur­rechtliche Begrün­dung von Recht­snor­men hat selb­stver­ständlich nichts mit den Überzeu­gun­gen eines ‚grü­nen Pap­stes‘ zu tun, wie schlecht informierte Medi­en­leute in die Welt hin­aus­posaun­ten. Tat­säch­lich geht es hier um die ver­meintliche ‚Natür­lichkeit‘ beziehungsweise ‚Wider­natür­lichkeit‘ men­schlicher Verhaltensweisen.

Das ist auch eine falsche Fährte: Der Papst folgt im Natur­recht weitest­ge­hend Kant (und ger­ade nicht den alten Sit­tlichkeitspara­graphen, wie Schmidt-Salomon unter­stellt), daher auch die Nähe Ratzingers zur Philoso­phie und zum Ver­nun­ft­be­griff. Dass er zudem meint, Schwul­sein wäre gegen die Natur ist eine andere Geschichte und hat mit der philosophis­chen Her­leitung von Moral, um die es bei der Rede vom Natur­recht geht, nichts zu tun. Ratzinger und Kant unter­schei­det die Frage, warum Moral verbindlich ist. Das sei, so Ratzinger, dem Men­schen ins Herz geschrieben. Das ist mit Kant nicht zu machen.

Aktu­al­isierung
Man kön­nte übri­gens anhand der Tit­ulierung “Philosoph” meinen, dass Schmidt-Salomon wis­senschaftlich aus­ge­bilde­ter Philosoph sei. Ist er aber nicht. Er ist Päd­a­goge. Das erk­lärt einiges.

[ via ]
Das Schweigen der Quandts

[ Video auf Google Video ]

Lifestyle

kannitverstan

In Biele­feld ist Social­Me­dia für mich so angekom­men: Der eine und der andere began­nen vor knapp 10 Jahren, Blogs zu schreiben. Dadurch entsprangen die ersten Kon­takte. Es kristallisierte sich eine hüb­sche Blog­ger­szene her­aus. Die Blog­ger kan­nten sich untere­inan­der und fühlten sich wohl in dieser Inter­netwelt. Mir ging es da noch gar nicht darum, mit anderen in Kon­takt zu treten, wieso auch?
Was mich deut­lich später aus den Puschen jagte, war Twit­ter. Dieses neue Sozialir­gend­was­d­ing, das ich so wenig ver­stand. Ich habe Tage lang Biele­felder Twit­terer gele­sen, um von außer­halb zu ver­ste­hen, was die da wie machen. Ich habe es kaum ver­standen. Irgendwelche Kurzsätze in die Welt posaunen? An wen gerichtet? Mit welchem Inhalt? Ich musste da rein. Learn­ing by doing.
Dann kam es irgend­wann dazu, dass die Biele­felder Twit­terer ein Nach­mit­tagskaf­feekränzchen machen woll­ten, wieso nicht? Ich kan­nte eigentlich nie­man­den. Und ich kenne auch heute noch nie­man­den in meinem Nicht­sozial­net­zw­erki­gen Umfeld, dass auf der­ar­tiges anspringt. Aber, wenn man schon mal dabei ist, nichts wie hin. Learn­ing by doing.
So lernte man inter­es­sante Men­schen ken­nen. Den Rou­ven, den Denis, den Dirk, den Hol­ger, den Michael, den Sacha, Miss James, den Sven, den Mar­cel, Air­sign. Alles Orig­i­nale. Alles aber auch so Leute, die den Kitzel ken­nen, jeman­den Inter­es­santes ken­nen­zuler­nen, ohne einen recht­fer­ti­gen­den All­t­ags­bezug vor­weisen zu kön­nen. Als ob sowas nötig wäre.

Wie bei allen anre­gen­den Inter­net­geschichten, ver­größerte sich der Kreis dieser Gruppe, die sich regelmäßig zum Bielefelder-Blog-und-Twitter-Stammtisch, kurz Biblo­stati, traf. Er ver­größerte sich meist aber nicht um Leute, die den gle­ichen Anreiz zu sowas hat­ten wie ihre Vorgänger. Der Anreiz war nun eher, über das Soziale Net­zw­erk zu einer Gruppe zu gehören. Das ist auch gar nichts Verkehrtes, jede Gruppe lebt irgend­wie von neuen Ein­flüssen. Und den Biblo­stati gibt es bis heute.
Ich weiß aber noch, dass damals beim Kaf­feekränzchen sich alle mit dieser komis­chen Gruppe beschäftigten. Das wurde auch durch die Anwe­sen­heit von Sil­bereisen befeuert, einem Macho in Jesus-Latschen, der deut­lich jün­gere Damen vom Nach­bar­tisch ein­fach durch Aura bezirzen wollte.
Jeden­falls, der Biblo­stati wurde auch stark zu einem Gad­get­stati, dauernd zückte jemand sein als Tele­fon getarn­ten Klein­com­puter, um was nach zuschauen oder zu tip­pen. Während die Vorgänger die Online– und die Offline-Welt noch getrennt hat­ten, ver­mis­chte sich das nun zuse­hends. Ich fand und finde das komisch. Ich brauche keine Com­put­erkrücke, um mit anderen Kon­takt aufzunehmen. Ich muss mir nicht von Fir­men auf­drän­gen lassen, dass ich was und was genau ich im Inter­net mache. Und welches teure Gerät ich mir am Besten dazu kaufen sollte. Ab und an rechne ich mir durch, wie lange ich ein so teures Gerät täglich benutzen müsste, damit es sich ren­tiert. Ich weiß ja noch nicht ein­mal, was das heißen soll, dass sich so ein Gerät ren­tiert. Es klaut mir ja doch nur meine Zeit für Unterhaltung.

Ich habe einen der 2. Gen­er­a­tion mal darauf ange­sprochen und der beschwichtigte, nein, so schlimm sähe er das nicht, für ihn sei seine Com­put­erkrücke eben Lifestyle.

JA, EBEN! Nicht mal deine Sprache haben sie dir gelassen.

[ Foto: Rachel PaschWhat part of… | CC BY-NC 2.0 ]

The angry fake

One or another way there’s some­thing funny going on: Mark David­son used twit­ter to show how com­pe­tent he was with social media. There are now updates on his account, in which some­one claims to be his ghostwriter:


The ghost­writer says he’s been fired from his poorly paid job. But there are still 3 other ghost writer. Either this is the truth or it’s a giant mar­ket­ing trick.

Zwischen Verschwörungstheorie und Überwachungsperfektion: Das Projekt INDECT

Wenn man eine neue Welt­be­herrschungs­geschichte aus Motiven von Orwells 1984, Dicks Minor­ity Report und Dür­ren­matts Die Physiker schreiben wollte, dann käme wohl so etwas raus wie INDECT. INDECT ist das “Intel­li­gente Infor­ma­tion­ssys­tem zur Unter­stützung von Überwachung, Suche und Erfas­sung für die Sicher­heit von Bürg­ern in städtis­cher Umge­bung”. Und überwacht, gesucht und erfasst wer­den: Bürger.

Ob in Fußball­sta­dien, in der Straßen­bahn, am Bahn­hof, in Einkauf­szen­tren oder beim Demon­stra­tio­nen: In Deutsch­land wer­den Men­schen in der Öffentlichkeit dauernd überwacht. Das Pro­jekt INDECT sieht vor, die Daten von allen ver­füg­baren Überwachungssys­te­men zu sam­meln und in Echtzeit auszuw­erten: Vor­rats­daten­spe­icherung, Handy­or­tung, Tele­fonüberwachung, fest instal­lierte und mobile Videokam­eras, Gesicht­serken­nung, beste­hende Daten­banken und Inter­net­seiten. Damit ließe sich eine mobile Zielver­fol­gung, wie man sie aus Kriegsszenar­ien kennt, in Innen­städten durch­führen. Die Pro­jek­tver­ant­wortlichen haben ihre Phan­tasien dazu auch schon ver­filmt. Bis­lang scheit­erten der­ar­tige Daten­samm­lung­spro­jekte immer am Infor­ma­tion­süber­fluss und an zueinan­der inkom­pat­i­blen Daten­banken. Dieses Prob­lem hat man inzwis­chen in den Griff bekommen.

Weil die Polizei mit einem solchen Pro­jekt schon per­son­ell über­fordert wäre, sollen Com­puter die Arbeit übernehmen und Videoauf­nah­men nach abnor­malem Ver­hal­ten auswerten. Unter­sucht wer­den also ent­ge­gen aller Unschuldsver­mu­tung alle erfassten Per­so­nen. Abnor­males Ver­hal­ten besteht nach Vor­gabe des Pro­jekts u.a. beim Fluchen in der Öffentlichkeit, beim Ren­nen am Flughafen, bei zu langem Aufen­thal­ten in Tür­bere­ichen, aber auch beim Zusam­men­tr­e­f­fen zu vieler Per­so­nen in Fußgänger­zo­nen. Hooli­gans, Sex­u­al­straftäter und Ter­ror­is­ten sind die üblichen Verdächti­gen, nach denen Auss­chau gehal­ten wer­den soll. Die Ergeb­nisse der Com­puterun­ter­suchun­gen wer­den schließlich zu einem automa­tis­chem Benachrich­ti­gungssys­tem weit­ergeleitet. Der erste ern­sthafte Ein­satz von INDECT kön­nte bei der Fußball-WM 2012 in Polen stat­tfinden. Zwar sagen die Pro­jek­tver­ant­wortlichen, dass nicht geplant sei, INDECT dort einzuset­zen, aber Genehmi­gun­gen zu Testzwecken in Sta­dien wur­den auch für diesen Zeitraum einge­holt. Neben der nor­malen Überwachung plant man beim Pro­jekt INDECT, Fangesänge live auf eine aufkeimende Bedro­hung abzuhören. Für die Überwachung an Orten mit zu wenig instal­lierten Kam­eras sind Drohnen vorge­se­hen, die mit Kam­eras aus­ges­tat­tet sind. Der­ar­tige Flug­geräte wer­den in Deutsch­land schon bei Castor-Transporten einge­setzt.

In Deutsch­land ist neben Videoüberwachungs­fir­men die Uni­ver­sität Wup­per­tal an INDECT beteiligt. Dort erforscht man für das Pro­jekt, inwiefern sich aus Bildern und Videos Anze­ichen von möglicher­weise straf­baren Hand­lun­gen erken­nen lassen. Die zuständi­gen Wis­senschaftler in Wup­per­tal sehen sich allerd­ings nicht in irgen­deiner Ver­ant­wor­tung für die Fol­gen ihrer Forschung. Man lief­ere nur die Grund­la­gen­forschung und sei nicht für die Ver­wen­dung ihrer Ergeb­nisse zuständig. Von Gewis­sens­bis­sen, wie sie Dür­ren­matts Physiker plagten, keine Spur. Ebenso wie die EU-Kommission stellt man es so dar, als ob es sich bei INDECT bis­lang nur um ein auf bloße Forschung begren­ztes Pro­jekt han­delt. Der AStA Wup­per­tal sowie weit­ere linke Stu­den­ten­grup­pen fordern seit let­ztem Novem­ber den sofor­ti­gen Ausstieg der Uni­ver­sität aus diesem Pro­jekt. Das Ver­hal­ten der Wup­per­taler Forscher sei so, meint Kai Noth­durft, als ob man eine Waffe erfindet, aber nicht mitver­ant­wortlich sei, wenn jemand diese Waffe tat­säch­lich benutzt. Im Kern befindet sich die Wis­senschaft hier in einem Zwies­palt. Wie kann man sich vehe­ment gegen die Tren­nung von Wis­senschaftler und Vertei­di­gungsmin­is­ter wehren, während man die Aufteilung in Forscher und Ver­ant­wortliche hinnimmt?

Das EU-Projekt ist auch auf poli­tis­cher Ebene höchst umstrit­ten: Zwar gibt es eine Ethik-Kommission für dieses Pro­jekt, allerd­ings durften die Pro­jek­tver­ant­wortlichen diese Kom­mis­sion nach eigenem Ermessen beset­zen. Und so entschei­det die Ethik-Kommission inzwis­chen neben ihrer eigentlichen Auf­gabe auch darüber, welche Infor­ma­tio­nen über das Pro­jekt her­aus­gegeben wer­den. Das führt zu so bizarren Sit­u­a­tio­nen wie der fol­gen­den: Das EU-Parlament hat an das Pro­jekt eine Anfrage gestellt, nach welchen Kri­te­rien die Ethikkom­mis­sion besetzt wor­den sei. INDECT ver­weigerte schlicht die Auskunft.

Noch ste­hen der Umset­zung der Forschun­gen des Pro­jekts tech­nis­che und rechtliche Hür­den im Weg. Allerd­ings meint der EU-Abgeordnete Alexan­der Alvaro (FDP), die “Men­schen­such­mas­chine” INDECT sei wie “ein Tanker, der schwer aufzuhal­ten sei, wenn er erst ein­mal auf Kurs ist”. Wer prof­i­tiert also von diesem Projekt?

Pro­jek­t­beteiligte erzählen ziem­lich offen, dass wirtschaftliche Inter­essen dur­chaus eine Rolle spielen:

Why not com­mer­cial­iz­ing it?

Gut, vielle­icht schon deswe­gen nicht, weil dieses Pro­jekt öffentliche Gelder ver­schlun­gen hat. Aber wer an der­ar­ti­gen Stellen auf rhetorische Fra­gen zurück­greift, der will über Daten­schutz wohl nicht ern­sthaft nachdenken.

Es ist derzeit nicht zu sagen, ob der­ar­tige Pro­jekte zu mehr Sicher­heit führen oder die Bürger durch Dauerüberwachung zutiefst verun­sich­ern. Allerd­ings kön­nte INDECT ein Parade­beispiel sein, wie Innen­poli­tik durch sekundäre Inter­essen aus­ländis­cher Organ­i­sa­tio­nen und Aus­nutzung von Schwach­stellen der EU bee­in­flusst wird, und nationale Restrik­tio­nen umgan­gen werden.

Dann wäre nicht mehr die Frage, ob der Schutz vor kör­per­licher Unversehrtheit gegen den Schutz der Pri­vat­sphäre aus­ge­spielt wird, zen­tral, son­dern ob Maß­nah­men zur physis­chen Sicher­heit der Bevölkerung die Staat­sauf­gabe zur Her­stel­lung von Rechtssicher­heit untergraben.

weit­er­führende Links:
Seite des FIfF zu Indect — http://panopticum-europe.eu/

https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Indect

Die Pro­jek­t­seite – http://www.indect-project.eu/
Domingo Conte – http://nomenom.blogspot.com/2011/01/projekt-indect_15.html, http://nomenom.blogspot.com/2011/01/uberwachungsstaat-20.html
West­deutsche Zeitung, 15.02.2011 – http://www.wz-newsline.de/home/panorama/video-ueberwachung-indect-grosser-bruder-aus-wuppertal-1.578701

Piraten­partei Deutsch­land – www.stopp-indect.info
Alexan­der Alvaro im Deutsch­land­funk – http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1367715/

Nachtgeschichten

Die Nachtgeschichten von heute

  • Zum Tod des Net­zpub­lizis­ten Robin Meyer-Lucht: Meis­ter der Debatte — Dig­i­tales Denken — Feuil­leton — FAZ.NET — Aufgeweckt waren viele seiner Texte, leb­haft bis stre­itlustig die Debat­ten, die er mit dem von ihm gegrün­de­ten Blog Carta ent­fachte: Der Medi­en­wis­senschaftler und Jour­nal­ist Robin Meyer-Lucht ist im Alter von 38 Jahren gestorben.
  • pri­macall zahlt, Spree­blick nimmt Beitrag dem Netz − Buskeis­mus — Wie so oft, die Äußerungs­frei­heit bleibt auf der Strecke. Gewin­ner sind die bei­den bekan­nten, vor­wiegend als Abmah­ner bekan­nten Anwälte. Die Anwälte haben eine zusät­zliche Ver­hand­lungs­ge­bühr erstrit­ten. Bei einem Stre­itwert von 42.000 €, sind das immer­hin für jeden Anwalt ca. 1.500 € (zusam­men 3.000,00 €). 1/3 davon – ca. 1.000,00 € — zahlt Spree­blick. So teuer ist Spree­blick diese Seite gekommen.
  • Vizekanzler-Gattin Wiebke Rösler: „Philipp, viel Spaß mit den Kröten“ | RP ONLINE — Ich glaube, dass Fam­i­lien­poli­tik wenig bringt. Eltern müssen begreifen, dass nicht nur der Entschluss zu Kindern und die Entste­hung der Kinder ein Gemein­schaft­spro­jekt ist. Es sollte nicht mehr als Nor­mal­fall gel­ten: Der Mann geht arbeiten, die Frau bekommt Kinder, und wenn sie dann wieder arbeiten geht, hat sie halt Beruf und Kinder. Nor­mal­fall sollte sein: Beide gehen alles gemein­sam an. Und zwar, weil man das so will — und nicht, weil man das von oben verord­net bekommt oder es finanzielle Anreize gibt. Das muss von einem selbst kom­men, es ist eine Sache der Ein­stel­lung. Genauso müssen auch Müt­ter abgeben kön­nen. Ich erlebe oft, dass Müt­ter ganz schlecht Auf­gaben an Väter abgeben. Da sind die Kinder falsch ange­zo­gen, er hat ‚mor­gens natür­lich den falschen Käse auf das Früh­stücks­brot gemacht’, falls es nicht sowieso ein­fach Kekse gab. Und dass ‚er die Kleine nach dem Mit­tagss­chlaf mit dem Mor­gen­gruß weckt — die kommt ja ganz durcheinander’.
  • Christoph Kappes zum Tod von Robin Meyer-Lucht — Mit Robin Meyer-Lucht hat uns ein kluger Kopf ver­lassen, der zeitweilig auch diese Zeitung beriet. Die Som­mer­pause, in die er Carta im Juni diesen Jahres schickte, endet nicht mit dem Herbst und seinen reifen Früchten.
  • Neue Panne: Wahlun­ter­la­gen im Müll gefun­den — Berlin — Tagesspiegel — Einen Tag nach dem Bekan­ntwer­den des Zählfehlers in Licht­en­berg gibt es die näch­ste Wahlpanne. In Lichter­felde wur­den ungeöffnete Briefwahlun­ter­la­gen im Müll gefun­den. Die Krim­i­nalpolizei ermittelt.
  • die enno­mane » Blog Archive » Die Piraten­partei vs. Sascha Lobo — so lange Sascha Lobo u.a. von den Ein­nah­men seiner Bücher lebt und auf der Gehalt­sliste diverser Medi­en­häuser steht, wird er die Piraten­partei vor allem in der Urhe­ber­rechts­frage immer kri­tisieren und angreifen.
  • Ruhe in Mün­ster — Mün­ster ist die leis­este Großs­tadt in ganz Deutsch­land. Unter­sucht haben Forscher des Fraunhofer-Instituts alles, was es an Lärm gibt zwis­chen Autos, Zügen und Indus­trie — und dem­nach ist Mün­ster jetzt nicht mehr nur die lebenswerteste Stadt son­dern auch Oase der Ruhe.
  • Nachruf auf Robin Meyer-Lucht | Netzpiloten.de — das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 — Ich kan­nte Robin Meyer-Lucht nicht per­sön­lich. Er hatte carta.info aus dem Boden gestampft und dort habe ich ihn über­haupt zum ersten Mal wahrgenom­men. Ich habe carta manch­mal gehasst, manch­mal gemocht. Aber eines muss ich aus Sicht eines Online-Journalisten sagen: Er hat einen Stein in die deutsche Online-Landschaft gerollt.
  • Robin Meyer-Lucht: Haber­mas, die Medien, das Inter­net — Die demokratis­che Öffentlichkeit hängt nicht davon ab, dass ihr von ihren tra­di­tionellen Inhab­ern in den etablierten Medien mit­geteilt wird, was sie denken soll. Anders als Jür­gen Haber­mas glaubt, emanzip­iert sie sich erst im Internet.
  • Wolf­gang Michal » Burnout im Netz? - — alles, was bisher passiert ist, war nur das Aufwärm­train­ing vor dem Start, das Sich-Ausprobieren, das Üben, das Vor­spiel. Jetzt wird es ernst.
  • Nicht NRW, Berlin entschei­det — Käme bei einer Neuwahl 2012 eine rot-grüne Mehrheit­sregierung zus­tande, kön­nte sie gle­ich zu Beginn der neuen Leg­is­laturpe­ri­ode die unver­mei­d­baren Grausamkeiten bege­hen, ohne befürchten zu müssen, sofort abges­traft zu wer­den. Bei der näch­sten reg­ulären Land­tagswahl 2017 wären die Kürzun­gen längst vergessen und vergeben.
  • Währungsre­form for Dum­mys — Dummy: Kannst nen 10ner wech­seln?<br />
    Taddi: Was willst Du denn mit dem Wech­sel­geld, ist doch bald eh nix mehr wert. Pass auf wir ma­chen es so, du gibst mir den 10ner, und über­nimmst den nächs­ten Monat die Shakes, und wenn die D-Mark nächs­ten Monat kommt, zahle ich dir alles zum Wech­sel­kurs zu­rück.<br />
    Dummy: Cool, ne win win Situation.
  • Jeder achte Jugendliche lei­det unter Sozial­pho­bie — Ser­vice — sueddeutsche.de — Etwa jeder achte Jugendliche hat einer Studie zufolge Angst vor anderen Men­schen. «Soziale Pho­bien sind bei Her­anwach­senden zwis­chen 14 und 20 Jahren weit ver­bre­itet», berichteten Frank­furter Psy­cholo­gen am Montag.
  • Grünen-Konkurrenz Piraten­partei: Ups, die sind ja gefährlich! — taz.de — Der sen­sa­tionelle Erfolg der Piraten alarmiert die Grü­nen: Sie bekom­men im linken Lager Konkur­renz, die auf die gle­iche Klien­tel zielt — allerd­ings ohne Frauenquote.
Piraten und Religion

Tat­säch­lich. Es sind keine 24 Stun­den nach dem Wahler­folg der Piraten­partei in Berlin ver­gan­gen und Vertreter der Evan­ge­lis­chen Kirche kriegen schon Muf­fen­sausen, dass ihnen ihre staatliche Finanzierung abhan­den kommt. Schon inter­es­sant, wie schnell die da in Stel­lung gehen, und wie schnell die da Wis­senschaftler finden, die ihre Linie vertreten. (Dass den christlichen Kirchen noch das Reich­skonko­r­dat zugute kommt, wird auch mal eben unter den Tisch fallen gelassen.)
Eine bessere Wahlempfehlung für die Piraten­partei habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

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