Mahlzeit!

Guten Morgen

Morgenkaffee

Begin­nen wir doch mal den Ein­trag mit der Fragerei: Was ist jetzt schlim­mer? Last Christ­mas im Novem­ber oder Hei­d­schi Bum­bei­d­schi aus meiner Heimat­stadt?

Die Anschuldigen gegen Bill Cosby wer­den mehr und die Unschuldsver­mu­tung steckt in der Klemme.

David Chapelle ist wieder da. Oder auch nicht.

Und während ich mir die Frage stelle: Darf man Sendun­gen von Ver­brech­ern gucken? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Die fehlende Stimme

In Deutsch­land startet ein neuer Nachricht­ensender, der den Anspruch erhebt, das bish­erige jour­nal­is­tis­che Feld um eine fehlende Stimme zu erweit­ern. Dem vom rus­sis­chen Staat haupt­säch­lich finanzierten Sender Kri­tis­ches Rus­s­land (kRud) wird dur­chaus zuge­traut, bes­timmte Ziel­grup­pen zu erre­ichen. Unser Reporter Har­ald Tribüne sprach mit dem Chefredak­teur von kRud, Herrn Wada Iknow.

Harald TribüneHerr Iknow, Kri­tis­ches Rus­s­land soll die deutsche Pres­se­land­schaft erweit­ern, was fehlt ihr denn?

Wir haben fest­gestellt, dass die Bere­itschaft für Infor­ma­tion­süber­mit­tlung von Staatlich­snachrichten nicht so gut funk­tion­iert wie bei uns. Wir haben beim Duis­burger Zoo nachge­fragt, ob Genosse Putin ein­mal kurz vor­bei schauen kön­nte, um im Affenkä­fig als inter­na­tionalem Fit­ness­be­weis an Lia­nen seine muti­gen Klet­terkün­ste vorzuzeigen, aber das wollte man den Affen nicht zumuten. Aber gut, machen wir Infor­ma­tion­ssendung ohne Tiere.

In ihrer Pressemit­telung sagen Sie, dass dem Jour­nal­is­mus eine fehlende Stimme zuge­ord­net wer­den soll, befindet sich der kri­tis­che Jour­nal­is­mus in Deutsch­land so in der Krise?

Ja, sehen Sie: Auch Kri­tik braucht eine Gegen­stimme. Das ist unser Anspruch.

Dem Sie aber nur insofern nachkom­men, als dass Sie alles auf Mei­n­ungsniveau nievellieren.

Wir hal­ten unsere Ziel­gruppe für stark genug, um sich aus dem Port­fo­lio selbst eine Mei­n­ung zu bilden.

Wobei Sie selbst kein gesamtheitliches Bild anvisieren, son­dern Sie berichten nur über ange­bliche Sachver­hal­ten, die fehlen. Wie wollen sie die aus­machen, wenn sie kein gesamtheitliches Bild zu Grunde legen?

Wir lesen andere Zeitun­gen und die wer­den ja wenig­stens etwas richtig machen kön­nen oder denken Sie nicht?

In diesen Zeitun­gen wer­den die Ver­schwörungs­the­o­retiker, deren Sie sich bedi­enen, ja wohl deswe­gen kaum in sach­lichen Analy­sen dargestellt, weil sie einer kri­tis­chen Darstel­lung eines Sachver­halts nicht dienen.

Auch das gehört zur Wahrheit, finden Sie nicht?

Aber das ist doch schon bekannt. Finden Sie nicht, sie dienen unterm Strich nur der Unter­wan­derung des west­lichen Jour­nal­is­mus’ durch plumpe rus­sis­che Propaganda?

Ja, sehen Sie: Solche Ver­hält­nisse gibt es doch längst. Der Öffentliche Rund­funk in Deutsch­land ist von der Poli­tik ges­teuert und der Nachricht­en­sprecher der Bun­desregierung hat auch kein Prob­lem damit, Jour­nal­is­mus mit Pro­pa­ganda zu tauschen und sich auf 140 Zeichen zu begren­zen. Wir sind insofern auch eine Art Spiegel. Aber eher der von früher, nicht dieses Lifestyle­heft unserer Tage.

Herr Iknow, bis hier­her: Vie­len Dank für das Gespräch.

Lesezeichen vom 19. November 2014

Lesezeichen von heute
Guten Morgen

Morgenkaffee

Beim NDR erk­lärt man, wie die Miet­preis­bremse umgan­gen wird.

In China wurde Horst See­hofer vom Platz vor dem Tor des Himm­lis­chen Friedens ver­trieben.

Nis­chensendun­gen, die man in den let­zten Tagen ver­passt haben kön­nte: log in mit LeFloid und Oliver Kalkofe zum Thema Fernse­hen, Neben­wirkun­gen erwün­scht (Offen­bar nehmen in Deutsch­land schon 13jährige die Pille, um größeren Brus­tum­fang, reinere Haut und bessere Haare zu bekom­men. Risiken wer­den durch auf Jugendliche abges­timmte Wer­bung run­terge­spielt) und die Anstalt von gestern.

Und während ich mir die Frage stelle: Darf man vor den verblende­ten Jugendlichen von mor­gen Angst bekom­men? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 18. November 2014

  • Bilanz nach zehn Jahren — Hartz IV war ein Rein­fall “In keinem anderen Indus­tri­es­taat wucherte der Niedriglohnsek­tor so kreb­szel­lenar­tig wie hierzu­lande. Viele Beruf­stätige haben kein sozialver­sicherungspflichtiges Arbeitsver­hält­nis mehr, das ihnen Schutz vor ele­mentaren Leben­srisiken bieten würde. Wenn dieser jedoch gegeben ist, leis­ten sie vielfach Lei­har­beit oder Zwangsteilzeit.<br><br>
    Das Gesam­tar­beitsvol­u­men der Volk­swirtschaft wurde seit der Jahrtausendwende nicht etwa ver­mehrt, son­dern nur anders verteilt, genauer: aufges­pal­ten in vielfach prekäre Beschäftigungsverhältnisse.”
  • WDR: Der Kun­st­sender | Post von Horn
Guten Morgen

Morgenkaffee

Ralf Heimann kommt auf die hil­flosen Ver­suche der Zeitschriften­ver­legerlobby, auf den Wert ihrer Pro­dukte aufmerk­sam zu machen, nicht so ganz klar.

Die Bun­desregierung will bei der Wlan-Störerhaftung irgend­wie ein­bauen, dass nicht jeder anonym in Wlan-Netzen ille­gale Sachen run­ter­laden kann. Bei der Kom­pe­tenz der Bun­desregierung in Inter­ne­tan­gele­gen­heiten wohl ein angekündigter Rohrkrepierer.

Zeit für Prov­inz­pos­sen: In Düs­sel­dorf ist ein Brun­nen ver­schollen.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat jemals ein Hin­ter­her­hinker jeman­den über­holt, der nicht tot war? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 16. November 2014

Guten Morgen

Morgenkaffee

Heute wird mal in den Son­ntagszeitun­gen geblättert.

Ich habe mir früher ja gerne wegen den Artikeln von Ste­fan Nigge­meier die FAZ am Son­ntag gekauft. Das habe ich dann eingestellt, als Nigge­meier weg war. So ist es gekom­men, dass ich lange Zeit die Zeitung nicht mehr gekauft habe. Heute schaute ich mal rein und bin dich erstaunt, wie wenig Jour­nal­is­mus in der Zeitung geblieben ist und wie viel Mei­n­ung­shamti­tam über Poli­tiker und Künstler.

Was man lesen kann in der FAZ (ich finde derzeit noch keine Links, also sollte man sich die heute besser kaufen): Was der BND wirk­lich will von Frank Rieger und Con­stanze Kurz (mehr Geld für Abhörge­plänkel), Wer tötete Hae Min Lee? von Johanna Ador­ján (Pod­cast­mörder­suche der Radio-Sendung “This Amer­i­can Life”) und Ich ertrage diese Sto­rys nicht mehr (Inter­view mit Mar­tina Gedeck über ihre Rolle als Kirsten Heisig).

Die Süd­deutsche Zeitung habe ich ja früher unheim­lich gerne gele­sen, bis die mir auf merk­würdige Art ein Abo reinge­drückt haben, woraufhin ich die Zeitung nur noch spo­radisch lese. Ger­ade umfunk­tion­iert man die Sam­stagsaus­gabe zu einer Woch­enen­daus­gabe, was aber der­selbe Wein in neuem Schlauch ist. Es ist angenehm weniger Heititei in der Zeitung drin, dafür:

Ein neues Europa mit Eng­land von Egon Bahr, Quälend von Cathrin Kahlweit (Geständ­nis­rück­nahme in einem Fall von Polizeiüber­grif­fen auf einen abgeschobe­nen Asyl­be­wer­ber), Nichts als das Leben von Frank Nien­huy­sen (über die Flucht von Krim­tartaren und Ostukrain­ern) und Die Aussiedler von Peter Burghardt (deutsche Anti­semiten, die 1886 im Urwald von Paraguay ein Dorf grün­den, heute).

Und während ich mir die Frage stelle: Kön­nten die Krautre­porter nicht noch was von der Süd­deutschen ler­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 15. November 2014

10 Hours of Princess Leia walking in NYC

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