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Mary Scherpe — An jedem einzelnen Tag

buchleserMary Scherpe ist eine bekan­nte Mode­blog­gerin. Und sie hat einen Stalker. Der schickt ihr tagtäglich irgendwelche Dinge, mis­cht sich in ihre Pri­vatleben ein, kon­tak­tiert Fre­unde, ver­folgt sie. In diesem Buch schreibt sie nieder, was passiert ist. Wie sie ver­sucht hat, ihn zu brem­sen, ihn zu ver­ste­hen, ihm zu helfen. Wie sie scheit­erte und wie es ihr zusetzte.

Die Stärke des Buches ist, dass Scherpe nicht in fem­i­nis­tis­che Klis­chees abwan­dert, ihre eigene Rolle nicht merk­lich schön­schreibt und sprach­lich sehr gut for­muliert. So ist der Leser erstaunt, was ihr alles wider­fährt, aber auch irri­tiert, weswe­gen sie ihn vor Fre­un­den ern­sthaft als Affäre kaschiert oder ver­sucht, sich seines Prob­lems anzunehmen.

Das Buch ist nicht moral­isierend, nicht objek­tiv, aber offen und schildert, wie Stalk­ing heutzu­tage von­stat­tengeht. Und es ist ein Plä­doyer dafür, sich zu wehren, wenn man ange­gan­gen wird.

Mary Scherpe, An jedem einzel­nen Tag. Mein Leben mit einem Stalker, Bastei Lübbe, 14,99€ (gebun­dene Ausgabe)/ 11,99€ (eBook)

Kaffeeschlürfer 6: Zu viel Information

Kaffeeschlürfer 5: Moors Kükenwerbung

Wir googlen heute mal nach…

… “Pilzsamm­ler findet”. Bei der Zeit hat man ja irgend­wie Fol­gen­des fest­gestellt:

Pilze sind für den Mit­teleu­ropäer das, was für Japaner der Kugelfisch ist, für den Amerikaner der Griz­zly, für den Aus­tralier der Hai: eine Prise Gefahr, die dem lang­weili­gen Son­ntagsaus­flug einen angenehmen Thrill verleiht.

Das klingt nach einem gehaltvollen Satz, erscheint mir aber kom­plet­ter Unsinn zu sein. Denn wenn ich mal danach google, was ein Pilzsamm­ler so findet, dann findet er so ziem­lich alles — außer Pilze. Die Ver­brechensent­deck­un­gen durch Griz­zlyjäger, Haifänger, Kugelfis­changler, aber auch Geo­cachern sind ver­gle­ich­sweise lach­haft ger­ing. Wahrschein­lich gucken die eher nach dem, weswe­gen sie suchend los­ge­zo­gen sind, und um den Rest scheren sie sich nicht.

Wohl daher ver­suchen einzelne Jäger Pilze­samm­ler schon zu pie­sacken, aber nicht ohne Gegen­reak­tion.

Kaffeeschlürfer 4: eComedian

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Kaffeeschlürfer 3: Unrechtsstaat

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Kaffeeschlürfer 2: Vorwandskunst

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Kaffeeschlürfer 1: Gangsterrappermama

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Piratendemontage in 5, 4, 3 …

Zwar schätze er [Ste­fan Körner, Red.] Domscheit-Bergs Ein­satz für die Piraten. “Gle­ichzeitig bin ich aber sehr ent­täuscht, dass sie beim Ver­lassen der Partei allem Anschein nach das Bedürf­nis hat, ein möglichst großes Trüm­mer­feld zu hin­ter­lassen”, sagt Körner heute.de.

Was Blogs sollen

Han­nah Lüh­mann hat eine kleine Schimpfti­rade auf ein paar Blogs los­ge­lassen. Mar­tin Giesler hat schon darauf geant­wortet, indem er ein paar Aspekte des Textes her­aus­ge­zo­gen hat und umschmeisst. Im Kern kri­tisiert Lüh­mann an den Blogs, die ihrer Mei­n­ung nach Vice nachahmen:

Was fehlt, sind Beiträge mit Sub­stanz, wie sie „Vice“ doch noch hier und da unter all den Trash mis­cht. […] Alles wird einge­mein­det in eine fröh­liche Welt der läs­si­gen Redun­danz, von Men­schen, die sich selbst dabei wohl ziem­lich läs­sig vorkommen.

Sub­stanz hätte man diesem Artikel jetzt auch mal gewün­scht. Es ist nicht ver­boten, ein Blog zu betreiben, in dem Trash neben ern­steren The­men auftritt. Es passiert, dass Blog­a­r­tikel zu ern­sten The­men, ober­fläch­lich zu lesen sind. Es ist nicht ein­mal ver­boten, Blogs zu schreiben, die schlecht sind. Blogs erfüllen nicht notwendi­ger Weise eine gesellschaftlich rel­e­vante Funktion.

Lesen Sie ein­fach andere Blogs, Frau Lüh­mann, wenn die, die Sie lesen, Ihnen nicht gefallen.

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