Guten Morgen allerseits!

The two worst things

We’ve had it about lists and we’ve had it about things going on on the toi­let. What about list about things going on on a toilet?

Tütengrünkohlpfanne

Als lei­den­schaftlicher Koch kenne ich natür­lich die guten Tüten­pro­dukte vom Dis­counter um die Ecke, denn man hat ja nicht immer Zeit, stun­den­lang in der Küche zu ste­hen, um in den leeren Kühlschrank zu gucken. Und so grin­ste mich eines Tages mal eine Tüte Grühnkohlp­fanne im Super­mark­tkühlre­gal an. Und wie wir alle wis­sen ist Grühnkohl die Leib-und-Magenspeise des West­falen. Also nix wie rin in den Einkauf­swa­gen für schlechte Zeiten.

Als West­falem ist Grünkohl ja fast schon iden­titätss­tif­tend, da weiß man genau, wie das schmecken soll und wann. Es ist ein Win­terg­ericht und muss herb schmecken, mit ordentlich Kartof­feln dabei, Rauch­fleisch und Senf, damit der Verkoster das gesamte Pro­dukt geschmack­lich in eine eigens passende Geschmack­srich­tung führen kann.

Dieses Tiefkühlgericht möchte es mir also abnehmen, die sim­plen Zutaten für’s klas­sis­che Grünkohlgericht, Kartof­feln und Fleisch, was sich in dieser Ver­sion als Met­twurst­stückchen dar­legt, extra zu besor­gen. Hinzu kom­men bei dieser Tüte Zitro­nen­säure, mod­i­fizierte Mais­stärke. Senf ist schon mit drin. Zwiebeln auch. Wozu das denn?

Irgend­wann kommt dann der Tag, an dem einem nicht ein­fällt, was man ger­ade kochen möchte, oder keine Zeit für’s Kochen findet, und man ist froh, dass man noch einen Vorschlag im Kühlschrank hat. Also raus mit der Tüte und los geht’s:

Den gesamten tiefge­frohre­nen Beutelin­halt mit 4–5 EL Wasser in einer Pfanne mit Deckel geben und auf hoher Stufe 3–4 Minuten erhitzen, danach durch­garen lassen, bis sich die Grühnkohlpucks kom­plett aufgelöst haben.

Die wer? Ah, okay:

gruenkohlpucks

Vielle­icht kann man damit kurzfristig Öko-Eishockey spie­len. Essen muss man das Ganze jeden­falls nicht unbe­d­ingt, wie der Geschmack­stest zeigt: Das gesamte Gericht ist darauf aus­gelegt, möglichst nicht herb zu schmecken. Dazu tra­gen Zucker und Zwiebeln mit bei. Kartof­feln und Met­twurst­stückchen sind so kleingeschnibbelt, dass sie ger­ade noch so wahrgenom­men wer­den kön­nen. Wozu das Ganze schon mit Senf abgeschmeckt wor­den ist, bleibt mir ein Rät­sel. Der oblig­a­torische Klacks Extrasenf har­moniert dann auch nur bed­ingt mit dem Gericht, da sich beim Grünkohl erst nach aus­giebigem Kaufen eine herbe Note zeigt.

Man bekommt mit diesem Gericht eine warme Mahlzeit vorge­setzt, wofür man sich aber wohl nur beim Herd bedanken sollte. Es ist nicht wirk­lich schlecht, aber auch nicht ein­prä­gend gut. Nach dem Verzehr ver­steht man zumin­d­est jene, die Grünkohlgerichten nichts abgewin­nen kön­nen. Wer geschmack­vollen Grünkohl aufgetis­cht sehen möchte, der muss anders an die Sache herangehen.

Adriana Altaras — Doitscha

buchleser Dieses Buch hat mich doch sehr irri­tiert. Es wird von Kri­tik­ern dur­chaus gelobt, nur kann ich dem nichts abgewin­nen. Eine jüdis­che Mut­ter hat ihr Fam­i­lien­leben, dass von der ener­gis­chen Auseinan­der­set­zung ihres Sohnes David mit dem mün­ster­ländis­chen Vater geprägt ist, zu organ­isieren. Hier­brei tre­f­fen Tem­pera­ment und Iden­titäts­find­ung aufeinan­der.
Es fehlt dem Buch an sprach­lichem Niveau, wobei es nicht boden­los schlecht for­muliert ist, nur eben reizarm, nicht erhel­lend, platt. Es ist eine Art Gaby Hau­upt­mann für eine jüdis­che Pro­tag­o­nistin. Wenn diese allerd­ings jüdisch als genetisch vererbt betra­chtet und auch sonst jüdisch eher ein Acces­soir als Überzeu­gung ist, verkommt die ganze Geschichte zu Plapperei.

Boah, Leute

Passend zur Wei­h­nacht­szeit hat da auf red­dit jemand die Bibel in Kurz­fas­sung zur Ver­fü­gung gestellt. In der Über­set­zung heißt es in etwa:

Schöp­fungs­geschichte

Gott: Na gut, ihr beide da, tut nicht das Ver­botene. Anson­sten: viel Spaß.
Adam & Eva: Alles klar.
Der Teufel:: Macht mal das Ver­botene, geht schon in Ord­nung.
Adam & Eva: Okay.
Gott: Was geht ab!?
Adam & Eva: Wir taten das Ver­botene.
Gott: Boah, Leute!

Der Rest des Alten Testaments

Gott: Ihr seid mein Volk, ihr soll­tet gewisse Dinge nicht tun.
Volk: Wer­den wir nicht.
Gott: Sehr gut.
Volk: Ups, haben wir doch.
Gott: Boah, Leute.

Die Evan­gelien

Jesus: Ich bin der Sohn Gottes. Auch wenn ihr diese welchen Dinge getan habt, lieben der Vater und ich euch noch immer. Tut nur diese Dinge nicht mehr.
Geläuterte Leute: Okay! Danke viel­mals!
Das gemeine Volk: Wir haben nie gese­hen, dass er sowas tat. Aber wer weiss schon, was er tut, wenn keiner hin­schaut.
Jesus: Ich habe sowas nie getan.
Das gemeinen Volk: Wir kla­gen dich zumin­d­est wegen dieser Dinge an.
Pila­tus: Hast du sowas getan?
Jesus: Nein.
Pila­tus: Er hat sowas nicht getan.
Das gemeine Volk: Tötet ihn sowieso.
Pila­tus: Okay.
Jesus: Boah, Leute.

Die Briefe des Paulus

Leute: Wir haben diese ver­bote­nen Dinge getan.
Paulus: Jesus liebt euch den­noch, und weil ihr ihn liebt, werdet ihr diese Dinge unter­lassen.
Leute: Okay.

Die Briefe des Paulus, Teil II

Peo­ple: Wir haben’s schon wieder getan.
Paulus: Boah, Leute.

Die Offen­barung

Johannes: Wenn Jesus wiederkehrt, wer­den keine Leute mehr diese Dinge tun. Bis dahin, unter­lasst diese Dinge.

Das Ende

Wahnsinn, Leute. Danke für das Gold, die net­ten Worte und die Zustimmung!

Die fehlende Stimme

In Deutsch­land startet ein neuer Nachricht­ensender, der den Anspruch erhebt, das bish­erige jour­nal­is­tis­che Feld um eine fehlende Stimme zu erweit­ern. Dem vom rus­sis­chen Staat haupt­säch­lich finanzierten Sender Kri­tis­ches Rus­s­land (kRud) wird dur­chaus zuge­traut, bes­timmte Ziel­grup­pen zu erre­ichen. Unser Reporter Har­ald Tribüne sprach mit dem Chefredak­teur von kRud, Herrn Wada Iknow.

Harald TribüneHerr Iknow, Kri­tis­ches Rus­s­land soll die deutsche Pres­se­land­schaft erweit­ern, was fehlt ihr denn?

Wir haben fest­gestellt, dass die Bere­itschaft für Infor­ma­tion­süber­mit­tlung von Staatlich­snachrichten nicht so gut funk­tion­iert wie bei uns. Wir haben beim Duis­burger Zoo nachge­fragt, ob Genosse Putin ein­mal kurz vor­bei schauen kön­nte, um im Affenkä­fig als inter­na­tionalem Fit­ness­be­weis an Lia­nen seine muti­gen Klet­terkün­ste vorzuzeigen, aber das wollte man den Affen nicht zumuten. Aber gut, machen wir Infor­ma­tion­ssendung ohne Tiere.

In ihrer Pressemit­telung sagen Sie, dass dem Jour­nal­is­mus eine fehlende Stimme zuge­ord­net wer­den soll, befindet sich der kri­tis­che Jour­nal­is­mus in Deutsch­land so in der Krise?

Ja, sehen Sie: Auch Kri­tik braucht eine Gegen­stimme. Das ist unser Anspruch.

Dem Sie aber nur insofern nachkom­men, als dass Sie alles auf Mei­n­ungsniveau nievellieren.

Wir hal­ten unsere Ziel­gruppe für stark genug, um sich aus dem Port­fo­lio selbst eine Mei­n­ung zu bilden.

Wobei Sie selbst kein gesamtheitliches Bild anvisieren, son­dern Sie berichten nur über ange­bliche Sachver­hal­ten, die fehlen. Wie wollen sie die aus­machen, wenn sie kein gesamtheitliches Bild zu Grunde legen?

Wir lesen andere Zeitun­gen und die wer­den ja wenig­stens etwas richtig machen kön­nen oder denken Sie nicht?

In diesen Zeitun­gen wer­den die Ver­schwörungs­the­o­retiker, deren Sie sich bedi­enen, ja wohl deswe­gen kaum in sach­lichen Analy­sen dargestellt, weil sie einer kri­tis­chen Darstel­lung eines Sachver­halts nicht dienen.

Auch das gehört zur Wahrheit, finden Sie nicht?

Aber das ist doch schon bekannt. Finden Sie nicht, sie dienen unterm Strich nur der Unter­wan­derung des west­lichen Jour­nal­is­mus’ durch plumpe rus­sis­che Propaganda?

Ja, sehen Sie: Solche Ver­hält­nisse gibt es doch längst. Der Öffentliche Rund­funk in Deutsch­land ist von der Poli­tik ges­teuert und der Nachricht­en­sprecher der Bun­desregierung hat auch kein Prob­lem damit, Jour­nal­is­mus mit Pro­pa­ganda zu tauschen und sich auf 140 Zeichen zu begren­zen. Wir sind insofern auch eine Art Spiegel. Aber eher der von früher, nicht dieses Lifestyle­heft unserer Tage.

Herr Iknow, bis hier­her: Vie­len Dank für das Gespräch.

Christian Steiffen vom NDR geschnitten?

Chris­t­ian Steif­fen ist bei der November-Ausgabe von Ham­burg Sounds aufge­treten. Zusam­men mit Valerie Sajdik sang er erst­mals das Lied “Du und ich” live. Aber so recht passt das dem NDR nichts ins Bild:

Drei Frauen, drei starke Stim­men — drei Stun­den tolle Musik, so lässt sich der Mon­tagabend in der Alton­aer Fab­rik zusammenfassen.

Ja, äh, unter der Prämisse, dass man unter den Tisch fallen lässt, dass auf der Bühne auch ein Mann gesun­gen hat, lässt sich das so zusam­men fassen. Das sollte man sich mal in umgekehrter Kon­stel­la­tion trauen. Oder hat das Pub­likum den Sänger nicht wahrgenom­men:

Drei Sän­gerin­nen haben am Mon­tagabend das Pub­likum von Ham­burg Sounds verza­ubert — mit san­ften Tönen, starken Stim­men und Tex­ten, die unter die Haut gingen.

Natür­lich gehen auch die Texte von Chris­t­ian Steif­fen irgend­wie unter die Haut, aber das hätte ich so auch nicht in den Text geschrieben. Jeden­falls kur­siert das Gerücht, als solle sein Auftritt in der Hör­funknachbeschal­lung am Sam­stag dem Schnitt zum Opfer fallen.

Da fra­gen wir doch mal nach.

The right coordination

I hope no guy is present at that time:

Lokführerstreik

Ich vertrete mir kurz vor dem Essener Haupt­bahn­hof die Füße und tre­ffe auf einen Zug­be­gleiter, der sich ger­ade eine Zigaret­ten­pause gönnt.

Na, mor­gen großer Streiktag?”

- “Na, das wer­den wir mal sehen. Genau weiß noch keiner, was mor­gen los ist. Eigentlich alles ein ganz großer Schwachsinn. Und wenn die sich mor­gen wieder wie beim let­zten Mal zum Grillen verabre­den, die Lok­führer, dann weiß ich nicht, ob das nicht noch ein­mal Ärger gibt.”

Der Vor­sitzende der GDL war ja früher auch Lokführer.”

- “Der war ja schon in der DDR so ein hohes Tier. Aber den Wis­sel­ski oder wie der heißt, den küm­mert es doch einen Scheiss, ob die Leute hin­ter­her 3% mehr oder 5% mehr bekom­men. Sie kön­nen mor­gen aber auf jeden Fall den RE2 nehmen, die fährt.”

Aber wenn nach so einer Ankündi­gung nicht gestreikt wird, macht man sich auch irgend­wie unglaubwürdig.”

- “Ich muss ja sowieso mor­gen antreten, ich darf nicht streiken. Sie kön­nen auch über Biele­feld fahren. Der RE6 fährt auch. Je nach­dem, wohin Sie wollen.”

Nanu? Wieso dür­fen sie nicht streiken?”

- “Ich bin beim Sub­un­ternehmen angestellt. Wir kom­men mor­gen hier zum Bahn­steig, und dann wird uns gesagt, wo wir fahren. Oder wir rauchen uns stun­den­lang eine. Das wird eine Scheisse. In Deutsch­land müssen Sie Mil­lio­nen auf der hohen Kante haben oder sie haben die Arschkarte.”

Ein Sub­un­ternehmen, das ihren Angestell­ten Namenss­childer der Deutschen Bahn zur Ver­fü­gung stellt?”

- “Gut, ne?”

Ganz großes Kino.”

- “Ja, die Bahn ist halt inzwis­chen ein wirtschaft­sori­en­tiertes, nee, warten Sie, wie heißt das noch? Ein kostenop­ti­mieren­des Unternehmen. Ich muss jetzt wieder rein. Schö­nen Abend noch!”

Kaffeeschlürfer 9: Mikroprobe

Down­load

Tralafitti

Wieso eigentlich steht Pip­fax im Duden und bei der Suche nach Tralafitti kommt sowas:

tralafitti

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