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Kaffeeschlürfer 11: Podcastcharts
Guten Morgen

Morgenkaffee

Mika Baumeis­ter schildert Schülerein­drücke aus Hal­tern nach dem Flugzeugunglück:

Wir fühlten uns, als würde die Presse nur auf unsere Reak­tion zur endgülti­gen Affir­ma­tion warten, um zer­störte Men­schen abzufilmen.

Hans Hoff ver­ab­schiedet sich vom Jour­nal­is­mus:

Jour­nal­is­mus ist nurmehr ein hohles Gefäß, in das jeder füllt, was er mag oder was er meint, im Auf­trag seiner Nutzer ein­füllen zu müssen. Das dadurch entste­hende Gemisch ist mir unerträglich geworden.

Der Gedanke findet sich auch im Ste­fan Niggemeier-F.A.S.-Artikel, wozu ich bei wirres.net dies schrieb:

Mir scheint, dass Ste­fan Nigge­meier nicht ganz den Punkt trifft. Jeder ist so Medi­enkri­tiker, wie er es vorher auch schon war. Ich wohne im Grunde wenige Straße von dem Apparte­ment des Co-Piloten ent­fernt, aber so aufges­tachelt, wie die Sache online ver­han­delt wurde, war es offline nicht.

Nur kön­nen sich es die tra­di­tionellen Medien wohl nicht mehr leis­ten, so einen fahri­gen Empörungsjour­nal­is­mus anzuwen­den, ohne online deut­lich hör­bare Kri­tik zu bekom­men. Man muss sich ja auch nicht Medi­enkri­tiker nen­nen, um Sätze wie “Montabaur weiß noch nicht, wie es mit den neuesten Infor­ma­tio­nen umge­hen soll” für blöd zu hal­ten. Oder wenn Reporter am Flughafen Düs­sel­dorf gefragt wer­den, wie die Stim­mung in Hal­tern ist.

Wer da Kri­tik anbringt, macht auf’s Leicht­este einen Punkt. Es ist nur wun­der­lich, wie leicht es die Medien ihren Kri­tik­ern machen.

Bei CNBC hat man raus­ge­fun­den: Bärte sind Aus­druck von Dom­i­nanz und Sex Appeal.

Und während ich mir die Frage stelle: Welche Män­ner­mode kommt nach den Bärten? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 29. März 2015
Gegenwärtigkeitsschmähung

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Lesezeichen vom 28. März 2015
Lesezeichen von heute
Lesezeichen vom 27. März 2015
  • Many, many Face­book users still don’t know that their news feeds are fil­tered by an algo­rithm
  • In eigener Sache: Kor­rek­turen — heute-Nachrichten “Das ZDF zeigte in den Sendun­gen heute um 19 Uhr, heute jour­nal und heute nacht vom 26. März und in den Aus­gaben von volle kanne und heute um 9 Uhr vom 27. März ein Foto von einem Mann vor einer Bergkulisse — ange­blich der Co-Pilot der verunglück­ten Germanwings-Maschine. Das Gesicht war dabei voll­ständig unken­ntlich gemacht. Hier­bei han­delte es sich jedoch nicht um ein Bild des Co-Piloten, son­dern um das einer anderen, völ­lig unbeteiligten Person.”
  • Fre­und­schaft 3.0 “jetzt bin ich auf­grund einer fie­sen Krank­heit seit einer Woche ans Bett gefes­selt und klar habe ich Lan­ge­weile und wollte bei Face­book gucken was die Leute über­haupt so machen, also bin ich meine Freund­schafts­liste bei Face­book durch­ge­gan­gen und mir ist auf­ge­fal­len, dass eine alte Schul­freun­din ihren Account gelöscht hat. Ich habe seit über einem Jahr kei­nen Kon­takt mehr zu ihr gehabt und auf­grund der Tat­sa­che dass sie ihr Pro­fil gelöscht hat, haben wir heute tele­fo­niert und in den 20 Minu­ten in denen wir tele­fo­niert haben, habe ich viel mehr über sie erfah­ren, als in dem ver­gan­ge­nem Jahr. Wir haben auch dar­über nach gedacht uns zu tref­fen. Verrückt. ”
  • Face­book Wants To Own Every­thing You Do On The Inter­netAOL wanted to own every sin­gle thing you saw in the 1990’s, but ulti­mately failed. I believe Face­book could suc­ceed at that failed vision of 20 years ago, and it’s ter­ri­fy­ing.” Naja, für mich hat Face­book nichts, worauf ich nicht verzichten kön­nte und so direkt, wie immer unter­stellt wird, erre­iche ich Ziel­grup­pen eben auch nicht.
  • Germanwings-Unglück — Die Medien und der Absturz “Abgestürzt ist nicht nur ein Flugzeug mit 150 Men­schen an Bord, son­dern lei­der auch der Journalismus.”
  • Wieviel Aldi steckt in dm? Ich habe auch eine Bekan­nte, die wegen der Bezahlung von einem Fachgeschäft zu dm gewech­selt ist.
  • Maut-Gesetz der CSU: Eine ego­is­tis­che Region­al­partei “Diese aufge­plus­terte, pop­ulis­tis­che Region­al­partei schafft es immer wieder, dem ganzen Land ihre unsin­ni­gen Ideen aufzuzwingen. ”
  • Verkehr: Pri­vatun­ternehmen erheben Maut­ge­bühr „Der Ter­min 2018 für die Lkw-Maut auf Bun­desstraßen ist nur noch zu hal­ten, wenn man den Auf­trag direkt an Toll Col­lect vergibt – und dage­gen nie­mand klagt“
The late commitment

Some­times you rec­og­nize how much you need some­thing just in that par­tic­u­lar moment when you just lost it. At least she got the per­fect nick­name for such a post:


needfacebook

Guten Morgen

Morgenkaffee

San­dra Schink berichtet darüber, wie mal Reporter anlässlich einer Tragödie in ihre Woh­nung ein­drangen. Sowas wird nicht vergessen, das soll­ten Jour­nal­is­ten im Hin­terkopf behal­ten. Der Pas­tor meiner Heimat­stadt ist auch heute noch bekannt dafür, dass er mal Reporter der Blödzeitung mit den Worten “Schämt euch!” vom Hof gejagt hat.

Mein ehe­ma­liger Biele­feld­blog­gerkol­lege Herm hat einen sehr schö­nen Artikel zur Nicht­tan­genz katas­trophaler Ereignisse geschrieben. Mir ist ähn­liches passiert: Ich habe von den ersten Nachricht­en­fitzeln gehört, bin Zug gefahren, bin dann auf Leute gestoßen, die die ARD-Berichterstattung sahen und habe Witze gemacht. Warum auch nicht? Die Berichter­stat­tung an sich war der­maßen unpro­fes­sionell und lach­haft pietät­los in seiner vorgegebe­nen, aber nie erre­ichten Speku­la­tion­slosigkeit, dass dies in der Berichter­stat­tung alles über­strahlte. So wurde ein Reporter am Düs­sel­dor­fer Flughafen gefragt, wie es den Leuten in Hal­tern ginge. Wie will man so ein Gesabbel ernst nehmen? Den­noch war gestern die Mit­teilung, das Flugzeug sei absichtsvoll durch einen Piloten zum Absturz gebracht wor­den, erschütternd.

Stel­lvertre­tend für all die Fehltritte der Medien: Die Chefredak­teurin der taz.

Und während ich mir die Frage stelle: Müssen die Print-Medien neu ler­nen, was eine Nachricht ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 26. März 2015
Bierherbestellen

Es ist doch schon ver­wun­der­lich, welche schö­nen Worte aus dem uner­schöpflichen Sprach­wortschatz Dos­to­jew­skijs außer Mode gekom­men sind. Z.B. aus seinem Werk “Böse Geis­ter” (Über­set­zung von Swet­lana Geier, Taschen­buchaus­gabe, S. 230) das schöne Wort bier­herbestellen:

bierherbestellen

Ich würde zwar eher sagen: Wer hat Ihnen bier­herbestellt?, aber wir wollen mal nicht so klein­lich sein. Ich bier­herbestelle, du bier­herbestellst, ersiees bierherbestellt…

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