Linktipp: schneckenradio.de.

Lesezeichen vom 11. Oktober 2015

  • Open stan­dards without all that nasty interop “Put Lin­ke­dIn, Pin­te­rest, Google and Twit­ter in a room and start with this agenda: 1. Let’s make a new open stan­dard we all sup­port. 2. But do it in a way so we don’t under­mine our indi­vi­dual lock-​in. Obviously these are con­tra­dic­tory goals. […] Why did they all put their name on it? Because they’re sca­red of some­thing. In this case that some­thing is Face­book.”
  • DJ Mosa­ken über Stra­che und den Hitler-​Vergleich – Poli­tik – Süddeutsche.de “Er hetze wie Hit­ler, warf der Wie­ner DJ Mosa­ken dem öster­rei­chi­schen Rechts­po­pu­lis­ten Stra­che vor. Zurecht, befand ein Gericht.”

Lesezeichen vom 10. Oktober 2015

  • The refu­gee tra­gedy in our own backyard – LA Times “When people see­king asylum arrive in this coun­try — at land bor­ders, air­ports or any port of entry — they are often inc­ar­ce­ra­ted in remote detention cen­ters. After fle­eing civil war and per­se­cu­tion, they face months or years in prison-​like con­di­ti­ons, caught up in a sys­tem that more often than not hin­ders rather than helps them gain the sta­tus they deserve.”

Lesezeichen vom 9. Oktober 2015

Guten Morgen

Morgenkaffee

Ges­tern Abend schaute ich mir die Sen­dung Lesens­wert im SWR an. Das ist eine Runde von vier im Lite­ra­tur­be­trieb täti­gen Leu­ten, an der Denis Scheck teil­nimmt. Des­sen Emp­feh­lun­gen kann ich wenig abge­win­nen, sei­nen Ver­ris­sen aber viel. Die Sen­dung passte als Kon­trast sehr gut zur Neu­auf­lage des Lita­ri­schen Quar­tetts im ZDF, das mir vor Tagen irgend­wie so gar nicht gefiel:

Aus dem Lite­ra­ri­schen Quar­tett bliebt mir in Erin­ne­rung, dass drei der Dis­ku­tan­ten Karl Ove Knaus­gård gut fan­den, wäh­rend Chris­tine Wes­ter­mann seine Bücher zäh und unin­ter­es­sant fand. Und bei Chris­tine Wes­ter­mann geht es mir schon wie­der fast so wie bei Denis Scheck: Mitt­ler­weile kann ich ganz gut ein­schät­zen, was sie warum wohl gut fin­det, wes­we­gen ich das mit größ­ter Sicher­heit auch nie lesen will. Aber wenn sie etwas ablehnt, scheint mir da was dran zu sein. Aber so ganz wurde ich im ZDF nicht schlau und las das erste Buch von Karl Ove Knaus­gård.

Die­ser schreibt mit Verve, phan­ta­sie­voll, aber immer berech­nend und nicht son­der­lich geist­voll. Laut Scheck sei sein letz­tes Buch Sel­fie­li­te­ra­tur, das soll wohl Lite­ra­tur sein, die sich nur um den Autor selbst dreht, ohne dabei Tiefe zu gewin­nen.

Und wäh­rend ich mir die Frage stelle: Wird Denis Scheck wohl mal ins Lite­ra­ri­sche Quar­tett ein­ge­la­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Lesezeichen vom 7. Oktober 2015

Lesezeichen von heute

Schopenhauer über too much information

Ich nehme selbst­ver­ständ­lich gleich zurück, dass sich Arthur Scho­pen­hauer über too much infor­ma­tion geäu­ßert hat. Er for­derte aller­dings, dass sich ein den­ken­der Geist mit guten, nicht mit bloß popu­lä­ren Büchern beschäf­ti­gen solle. Alles andere ver­derbe den Geist. Keine allzu leichte Posi­tion: Auch unter­hal­tende Lite­ra­tur kann für den Geist erqui­ckend und – wie man so schön sagt – geist­reich sein, auch wenn die Lehr­sam­keit hin­ten ansteht.

Ich habe too much infor­ma­tion in die­sem Blog immer so auf­ge­fasst, als dass dem Inter­net­sur­fer online und über andere Medien immer wie­der Infor­ma­tio­nen zuge­tra­gen wer­den, die streng genom­men nicht son­der­lich lehr­reich sind, schlimms­ten­falls bös­wil­lig irre­füh­rend. Und schon bin ich nahe am Scho­pen­hau­er­schen Gedan­ken: Muss ich nicht flux den Blick abwen­den, wenn ich auf schlechte Infor­ma­ti­ons­quel­len stoße? Habe ich nicht zu Fil­tern beim gro­ßen Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot, dass das Inter­net beinhal­tet? Wor­auf ist zu ach­ten? Las­sen wir ein­mal den Phi­lo­so­phen selbst spre­chen:

Daher ist, in Hin­sicht auf unsere Lek­türe, die Kunst, nicht zu lesen, höchst wich­tig. Sie besteht darin, dass man Das, was zu jeder Zeit so eben das grö­ßere Publi­kum beschäf­tigt, nicht des­halb auch in die Hand nehme, wie etwa poli­ti­sche oder kirch­li­che Pam­phlete, Romane, Poe­sien u. dgl. m., die gerade eben Lärm machen, wohl gar zu meh­re­ren Auf­la­gen in ihrem ers­ten und letz­ten Lebens­jahre anfan­gen: viel­mehr denke man als­dann, daß wer für Nar­ren schreibt alle­zeit ein gro­ßes Publi­kum fin­det, und wende die stets knapp gemes­sene, dem Lesen bestimmte Zeit aus­schließ­lich den Wer­ken der gro­ßen, die übrige Mensch­heit über­ra­gen­den Geis­ter aller Zei­ten und Völ­ker zu, wel­che die Stimme des Ruh­mes als sol­che bezeich­net. Nur diese bil­den und beleh­ren wirk­lich.

Vom Schlech­ten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen: schlechte Bücher sind intel­lek­tu­el­les Gift, sie ver­der­ben den Geist. – Weil die Leute, statt des Bes­ten aller Zei­ten, immer nur das Neu­este lesen, blei­ben die Schrift­stel­ler im engen Kreise der cir­ku­li­ren­den Ideen und das Zeit­al­ter ver­schlammt immer tie­fer in sei­nem eige­nen Dreck.

Es ist ganz inter­es­sant, dass in eng­li­schen Über­set­zun­gen frei wei­ter­ge­spon­nen wird:

In order to read what is good one must make it a con­di­tion never to read what is bad; for life is short, and both time and strength limi­ted.

Oder diese Über­set­zung:

schopenhauergoodbooks

Lud­wig Mar­cuse hat vor mehr als 50 Jah­ren auf­ge­for­dert, sich ein­mal mit die­sen Gedan­ken in aktua­li­sier­ter Form aus­ein­an­der zu set­zen. Die eng­li­schen Zitate sind dann auch eher als eine Inter­pre­ta­tion des eigent­li­chen Gedan­kens zu sehen.

Schon am Anfang habe ich gegen Scho­pen­hauer ein­ge­wen­det, dass unter­halt­same, nicht lehr­rei­che Lite­ra­tur für den Geist sinn­voll sein kann, ohne ihn zu ver­der­ben. Das wider­spricht sei­nem Gedan­ken nicht voll­kom­men: Ich habe bei­spiels­weise für ein Lokal­blog im Müns­ter­land ein­mal ange­fan­gen, Müns­ter­land­kri­mis zu lesen. Anfangs mit einem gewis­sen Ansporn, irgend­wann mit star­ker Ableh­nung. Und das aus unge­fähr dem, was Scho­pen­hauer gegen schlechte Lite­ra­tur anführt: Nicht die Qua­li­tät des Tex­tes steht bei der Ver­öf­fent­li­chung eines Buches im Vor­der­grund, son­dern die Geld­ma­che­rei oder das Ego des Schrei­bers. Das ist Schrift­stel­lern nicht grund­sätz­lich anzu­krei­den, nur für gebil­dete Leser eben ein Hin­der­nis für eine wei­tere Lek­türe.

Und die­ses Hin­der­nis wie­derum besteht darin, dass die Lek­türe für den Leser nicht geist­reich ist, sie ver­setzt einem, psy­cho­lo­gisch gespro­chen, keine Kicks. Da Lesen oft­mals sowieso keine leichte Ange­le­gen­heit ist, wird eine Lek­türe so schnell zur Belas­tung.

Um nun aber bei Lite­ra­tur zwi­schen guter und schlech­ter zu unter­schei­den, braucht es Lek­türe und eben auch Lek­türe schlech­ter Bücher, um gute erken­nen zu kön­nen. Nur die boden­los schlechte, die man an Ver­kaufs­form des Medi­ums, Titel, Thema, spä­tes­tens beim ers­ten Leseein­druck erkennt, fällt mei­nes Erach­tens genau in Scho­pen­hau­ers zu igno­rie­rende Lite­ra­tur.

Wobei heut­zu­tage das Para­do­xon zu Tage tritt, dass es wohl kaum jemals mehr zu lesen gab und es doch so schwie­rig erscheint, an gute Lite­ra­tur zu bekom­men. Oder ken­nen noch jemand eine ver­trau­ens­wür­dige Buch­hand­lung, die von einer bestimm­ten Lek­türe abriete, wo man doch ein Geschäft machen könnte?

Die Top10-​Tweets des Septembers

Wie­der mal mit Ver­spä­tung, spät war’s, glaube ich noch nie. Was soll’s.

mehr wie gewohnt bei Anne Schüß­ler.

Lesezeichen vom 6. Oktober 2015

  • Urteil gegen das BKA: Teil­er­folg beim Staatstrojaner-​Vertrag | netzpolitik.org “Das Gericht lässt das BKA in sei­nem Urteil mit sei­ner Ver­wei­ge­rungs­hal­tung nur teil­weise durch­kom­men, kri­ti­siert mehr­fach die „spär­li­chen Infor­ma­tio­nen durch das beklagte Bun­des­kri­mi­nal­amt“ und ver­misst bei den behörd­li­chen Begrün­dun­gen für Schwär­zun­gen „sub­stan­ti­ierte Tiefe“. Was Fra­gen des Ver­ga­be­ver­fah­rens angeht, ließ das BKA gleich „jeg­li­che Infor­ma­tio­nen ver­mis­sen“.”
  • Sol­len Online­me­dien die Kom­men­tare abdre­hen? › Brod­nigs Blog “Die Kom­men­tar­kul­tur ist vor allem des­we­gen so mise­ra­bel, weil wir Medien uns zu wenig darum geküm­mert haben, weil Redak­tio­nen auch zu wenig den Lesern signa­li­siert haben, wel­che Debatte und wel­che Tona­li­tät sie denn gut fän­den.”
  • Der Sechs-​Stunden-​Tag funk­tio­niert | Good Impact In Schwe­den wird’s umge­setzt.
  • Hier ist bento, das Por­tal für junge Babos – DWDL.de “Wie­der ein­mal bereue ich die Ent­schei­dung, 18 Jahre alt zu sein und damit genau zu der Sorte Mensch zu gehö­ren, die „Jugend­an­ge­bote“ wie bento zu begeis­tern ver­sucht. Sie mag das viel­leicht über­ra­schen, weil die­ser Text jetzt schon mehr als 140 Zei­chen hat, aber ja, ich gehöre zu genau der Gene­ra­tion, die Hel­mut Schmidt für einen ehe­ma­li­gen Late-​Night-​Talker und „hart aber fair“ für ein Video auf You­Porn hält. ”

John Oliver Interview with Stephen Colbert

Quite inte­res­ting inter­view with the host of the Last Week Tonight Show on how the show works:

Lesezeichen vom 5. Oktober 2015

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