Gute Nacht da draußen, wo immer ihr auch seid.
Kriegswunsch

Dieses emo­tional aufge­bauschte Naiv­ität als Poli­tik verkaufen musste ja irgend­wann ein­mal in so etwas enden:

Lesezeichen vom 11. März 2014
Between two ferns with Zach Galifianakis: Barack Obama

Guten Morgen

Morgenkaffee

Der ehe­ma­lige ukrainis­che Min­is­ter­präsi­dent Janukow­itsch möchte nach Kiew zurück und seine Amts­geschäfte wieder aufnehmen.

Uli Hoeneß gibt an, 18,5 Mio. € Steuern nicht bezahlt zu haben, und das ist dann auch wohl nur die strafrel­e­vante Zahl, wobei man dazu über 280 Mio. € zum Zocken haben muss. Und das war nur Hoe­ness’ drittes Stand­bein. Frank Lüb­berd­ing möchte dazu Fra­gen stellen.

Erhard Eppler meint in der Süd­deutschen, man solle sich nicht wun­dern, dass ein rus­sis­cher Staatschef nicht taten­los dabei zusieht, wie die Ukraine der Nato beitritt. Das Völk­er­recht bedenkt auch er nicht.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum das Völk­er­recht für so viele Poli­tiker eigentlich an– und ausknips­bar? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Graeme Simsion — Das Rosie-Projekt

buchleserDieser Schinken wird jetzt schon als Weltbest­seller gehan­delt, was nichts über die Qual­ität aus­sagt: Autis­tisch ver­an­lagter Autismus-Wissenschaftler geht per aus­gek­lügel­tem Frage­bo­gen auf Brautschau und ver­liebt sich in die Falsche, der er bei ihrer Vater­suche behil­flich ist. Die Irri­ta­tio­nen, die er als autis­tisch Ver­an­lagter in Sit­u­a­tio­nen her­vor­ruft, wenn er sich poli­tisch kor­rekt ver­hal­ten möchte, sind der Witz an dieser Geschichte — lei­der der einzige.

Wer sich die Geschichte doch vornehmen möchte, dem sei das von Robert Stad­lober vorge­le­sene Hör­buch ans Herz gelegt.

Kawehi: Heart-shaped box (Nirvana cover)

Guten Morgen

Morgenkaffee

Will Sagen covert mit Bonus Wir ret­ten Berlin! Für diese Berliner Schrabbel­musik ganz schön eingängig, sehr schön.

Der Schrift­steller Eugen Ruge wirbt um Ver­ständ­nis für Rus­s­land — und ver­liert dabei Min­der­heit­en­schutz und das Völk­er­recht aus den Augen.

Gestern schon wieder keinen Schweiger­ta­tort gese­hen, weil mich so gar nichts dazu hin­reißt. Was ich nicht ver­passt habe, schreibt Matthias Dell nieder:

Warum soll man Filme mit Til Schweiger gucken, die ver­suchen, Bruce-Willis-Filme zu sein, wenn man auch Bruce-Willis-Filme gucken kann?

Felix Schwen­zel ver­ab­schiedet seinen ehe­mals besten Freund.

Nix Genaues weiß man nicht: Michael Spreng meint, die Poli­tik sei hil­f­los gegen Putin, der­weil wähnt Ulrich Horn Putin in einer Sack­gasse.

Und während ich mir die Frage stelle: Was will Putin auf seine alten Tage denn noch reißen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 8. März 2014
Lesezeichen von heute

Telefonat auf die Krim

Heute ist ein Tele­fonat mit dem Vater meiner Fre­undin auf der Krim zus­tande gekom­men. Vor zwei Wochen war er noch opti­mistisch, dass sich die Tumulte auf der Krim bis zum Som­mer legen, so dass wir ihn prob­lem­los besuchen könnten.

Das Blatt hat sich gewen­det. Inzwis­chen fürchtet er um seine Exis­ten­z­grund­lage. Er und seine heutige Frau arbeiten für Unternehmen, die mit dem ukrainis­chen Staat in Verbindung ste­hen. Sie gehen davon aus, dass sie umge­hend Ihre Anstel­lun­gen ver­lieren, sollte die Krim an Rus­s­land fallen. Rus­s­land würde sämtliche Auf­gaben auf der Krim an rus­sis­che Fir­men vergeben.

Die Krim selbst, die vom Fes­t­land abhängig ist, würde um den wirtschaftlichen Fortschritt der let­zten 20 Jahre gebracht wer­den. Eine trost­lose Zukunft ger­ade für die jün­geren Bewohner der Krim, von denen es jetzt schon auf Grund der wirtschaftlichen Lage nicht allzu viele gibt.

Bild aus glücklicheren Zeiten: Vater meiner Freundin (2.v.l.), meiner einer (4.v.l.)

Bild aus glück­licheren Zeiten: Fre­undin meines Vaters (2.v.l.), meiner einer (4.v.l.) im August 2013

Und den­noch mis­straut er den Umwälzun­gen in Kiew, zu viele Nation­al­is­ten seien dort am Werk. Woher kommt dieses tiefe Mis­strauen? Ein­er­seits wird Ukrainisch oft­mals als Bauern­sprache ange­se­hen, die es mit dem Rus­sisch eines Puschkins, eines Dos­to­jew­skijs nicht aufnehmen kann. Über­haupt wird nur an vier Schulen auf der ganzen Krim in ukrainisch unter­richtet. Zudem ist die rus­sis­che und frühere sow­jetis­che Pro­pa­ganda ein unge­mein gereiftes Mittel.

Wir erfahren am heuti­gen Mann der Mut­ter meiner Fre­undin, der früher in der Sow­je­tu­nion lebte und nun schon 25 Jahre in den Vere­inigten Staaten lebt, dass diese Pro­pa­ganda immer noch nach­hallt. Er werde niemals etwas Schlechtes über die Sow­je­tu­nion sagen, er habe es damals gut gehabt. Kein Gedanke daran, wie es anderen erg­ing. Kein Gedanke daran, dass es ihm so gut ging, weil sein Vater eine bedeu­tende Posi­tion innehatte. Da kann man ruhig ein­wen­den, es war kein Rechtsstaat, dieser Ein­wand ist sinn­los: Die Rede von einem Rechtsstaat sagt ihm nichts. Ein Umzug von der Sow­je­tu­nion in die Vere­inigten Staaten war für ihn in staatlicher Hin­sicht lediglich ein Wech­sel der Fahnen.

Die Krim ist nie in der Ukraine angekom­men, hat sich immer als autonom betra­chtet, man fühlt sich eher Rus­s­land als der Ukraine zuge­hörig. Derzeit fühlt man sich eh schon ein­genom­men mit den über­mächtig wirk­enden rus­sis­chen Sol­daten vor Ort, fühlt sich im Krieg, fühlt sich über­rumpelt und aus­geliefert, sofern man nicht Freude über die schein­bare Zuge­hörigkeit zu Rus­s­land empfindet.

Wie es weit­ergeht, steht in den Ster­nen. Möglicher­weise sieht meine Fre­undin ihren Vater für lange Zeit nicht wieder, möglicher­weise ihre Großel­tern nie. Möglicher­weise wird sie monatlich knapsen, um ihren Vater vor Ort über die Run­den kom­men zu lassen.

Wir wer­den über­legen, falls Rus­s­land die Über­hand behält, ob die Fam­i­lie ihre Stief­schwester nach Deutsch­land kom­men kann. Eine Zukunft, und das ist allen klar, wer­den ihre kleinen Kinder unter rus­sis­cher Herrschaft auf der Krim nicht haben.

Beckmann: Der Kampf um die Krim

Dieser Tage ist der Kon­flikt auf der Krim Gegen­stand diverser Talk-Shows. Lei­der tauchen als Gäste viele Leute auf, die rus­sis­che Pro­pa­ganda nach­beten, sich, nur weil sie in Kiew geboren wur­den, als Ukraine-Experten aus­geben oder ander­swie sinn­los Redezeit ver­schwen­den. Eine Aus­nahme bildet die gestrige Aus­gabe von Beck­mann. Wer mal was sin­nvolles zum Thema sehen möchte, bitte:

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