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Ich hör immer nur… Ace of Base

Ohne besseres Wis­sen hält man ja Lady Gagas neues Lied Ale­jan­dro für das Come­back von Ace of Base. In diese kleine Falle bin ich auch getappt, schließlich singt Lady Gaga mit einem anderen Akzent und die Anspielun­gen auf Ace of Base sind ja auch offensichtlich.

Das ist genauso gedacht gewe­sen, auch kommt der maßge­bliche Pro­duzent aus dem Stall vom schwedis­chen Mas­ter­mind Max Mar­tin.

Bei Ace of Base sel­ber sind die Bergren-Schwestern nicht mehr an den Gesangsmikro­fo­nen, son­dern zwei blonde Hupf­dohlen. Die allt­bekannt sim­pel gestrickte, neue Sin­gle All for you hin­ter­lässt keinen bleiben­den Eindruck.

Aber was hilft’s auch, das ganze ist der Sound der 90er, der damals ange­sagt war, weil er umgeben von pep­pi­gen Euro-Dance-Liedern war, die es heute nicht mehr gibt. Das ist auch gut so, nur sollte man den Ace-of-Base-Sound ebenso ruhen lassen. Irgend­wann ist auch mal gut.

Warum Smart-Taxis in Deutschland verboten sind

Vor einiger Zeit sind in Deutsch­land Tests einge­führt wor­den für ein­wan­der­willige Aus­län­der. Da muss man so berühmte Kun­st­stücke wieder­erken­nen, alle Bun­deslän­der aufzählen oder einen Artikel aus dem Wirtschaft­steil der FAZ lesen und wiedergeben.

Ich bin inzwis­chen aber auch dafür, die Neuankömm­linge auf deutsche Schrul­ligkeiten hinzuweisen. Fol­gen­des soll­ten sie sich mal ange­se­hen haben, soll­ten ver­suchen zu beschreiben, worin das Prob­lem liegt und ob sie die Sache ernst nehmen können:

Die Umstände sind fol­gende: Es gibt bisher keine ohne weit­eres zuge­lassene Smart-Taxis in Deutsch­land. Es gibt allerd­ings einen Taxi-Unternehmer, der Smart-Taxis hat. Und obwohl bei 70% der Tax­i­fahrten in Deutsch­land jew­eils nur eine Per­son befördert wird, kön­nen immer noch nicht Smarts als Taxis ver­wen­det werden.

Warum?

Weil in Deutsch­land Taxis an der rechten Seite zwei Türen haben müssen. Hat der Smart nicht. Doch der Taxi-Unternehmer ließ nicht locker und baute an die rechten Seiten seiner Smarts bes­tim­mungskon­forme, aber funk­tion­slose Zusatztüren ein.

Ob’s geholfen hat? Hier ent­lang (2. Video in der Leiste).

Baggernd Frauen ausziehen

Vielle­icht sollte man mal mit der Hun­ziker sowas machen, dann hätte sie bei Wet­ten, dass..? auch mal eine sin­nvolle Aufgabe:

Wie ist das eigentlich mit… der Moralbarbie und der Blödzeitung?

Die Moral­bar­bie ist entsetzt. Und Till Schweiger ist das auch. Deswe­gen empören sie sich in der Blödzeitung. Die Moral­bar­bie ist entsetzt, dass Kri­tiker die Rechtsver­let­zun­gen des Senders RTL2 aufzeigen, wodurch rechtlich nicht anklag­bare Per­so­nen gehetzt werden.

Nochmal: Es geht nicht um Täter­schutz, es geht um die Bewahrung rechtsstaatlicher Prinzip­ien wie der Unschuldsver­mu­tung. Damit haben die Blödzeitung, RTL, Schweiger und Gut­ten­berg offen­sichtlich ein Problem.

Über so ein Ver­ständ­nis von Rechtsstaatlichkeit ist derzeit nicht nur die Car­i­tas entsetzt. Fällt es Frau Gut­ten­berg denn gar nicht auf, dass nur die Blödzeitung und RTL ihre Hal­tung teilen? Dass jeder, der mehr Ver­stand auf die Waage bringt, sich dif­fer­en­tierter und RTL-distanzierter äußert?

mehr
welt.de: Car­i­tas fordert Abset­zung von Tatort Inter­net
sueddeutsche.de: Ste­fanie zu Gut­ten­berg selbst am Pranger

Was ich noch sagen wollte… zu Merkels Multikulti-Beerdigung

Sowohl Angela Merkel als auch Horst See­hofer haben sich dadurch zu pro­fil­ieren ver­sucht, Mul­ti­kulti für gescheit­ert bzw. tot zu erk­lären. Es hat schon etwas von Hil­f­s­losigkeit, dass die vorder­sten Kräfte von CDU und CSU zu solchen plat­ten Aussprüchen greifen müssen, wo es doch mit der Eigeniden­ti­fika­tion dieser Partei mehr als hapert.

Dabei ist selbst diese Aktion nur eine Cover-Version: Das Orig­i­nal lief vor weni­gen Jahren in den Nieder­lan­den, als öffentlichkeitswirk­sam davon die Rede war, dass die Inte­gra­tions­be­mühun­gen in den Nieder­lan­den für gescheit­ert erk­lärt wur­den. Nun muss man dazu sagen, dass die Inte­gra­tions­be­mühun­gen der Nieder­län­der weit aus­gereifter gewe­sen sind als die der Deutschen: Es waren ganze Pro­gramme vorge­se­hen, anhand derer gedacht war, dass sich Immi­granten ori­en­tieren kön­nen: Sprachkurse, Inte­gra­tions­grup­pen, Hin­weise auf Ver­anstal­tun­gen, kurz: Es wurde erk­lärt, wie die nieder­ländis­che Gesellschaft funk­tion­iert. diese Pro­gramme wur­den aber schlecht angenom­men, so dass es vielerorts Stadtvier­tel gab, in denen nicht nieder­ländisch gesprochen wurde, in denen keine Inte­gra­tionsver­suche gemacht wurden.

Wenn jetzt die Lan­desvorderen Deutsch­lands aus dem Fen­ster lehnen, um ebenso Mul­ti­kulti für gescheit­ert zu erk­lären, muss man anführen: So durch­dachte Pro­gramme wie in den Nieder­lan­den hat es in Deutsch­land nie gegeben. Hier fehlt es ja oft schon an Geldern für Sprachkurse. Bei der­art fehlen­der Hilfe zur Inte­gra­tion muss man sich nicht wun­dern, dass Inte­gra­tion ein Prob­lem bleibt.

Mul­ti­kulti dage­gen gibt es in Deutsch­land weit und breit: Man muss sich nur die Spiel­er­na­men der Fußball­na­tionalelf durch­le­sen, nur auf die unter­schiedlich­sten Sprachen in den Zügen der Städte anhören, sich die besten Restau­rants der Orte sagen lassen, das Miteinan­der in Schulk­lassen anschauen: Hier ist über­all Multikulti.

Es ist eben nicht Mul­ti­kulti, was tot ist, son­dern es sind lediglich die alten Denkschemata von CDU/CSU über­holt und gescheit­ert: Das Pochen auf eine stan­dar­d­isierte Lebensweise war immer schon ein Denkfehler.

Guten Morgen

morgenkaffee

Die Springer­presse gehört ja zu den­jeni­gen, die meinen, Qual­ität­sjour­nal­is­mus sei das einzig Wahre und der Geburts­fehler des Inter­nets sei es, keine Bezahlin­halts­for­mate etabliert zu haben. Dem wider­spricht der schei­dende Focus-Online-Chef Jochen Weg­ner: Nie­mand braucht Print, Radio und TV.

Die Qual­ität der Springer­presse äußert sich mal wieder darin, dass man einen Bericht veröf­fentlicht, in dem the­ma­tisiert wird, wie ein ange­blicher Täter in der RTL2-Sendung Tatort Inter­net so beschrieben wird, dass er über das Inter­net leicht gefun­den wer­den kann. Und der Bericht enthält eben die Infor­ma­tio­nen, durch die er so leicht gefun­den wer­den kann. Dafür sollte es auch mal einen Däm­lichkeit­spreis geben.

Ich sel­ber habe gestern mal den nordrhein-westfälischen Land­tag besucht. Auch mal schön.

Eine Kün­st­lerin wollte vergam­mel­ndes Essen über einen län­geren Zeitraum fotogra­phieren. Das Prob­lem mit dem McDonald’s-Essen: Es vergam­melt nicht.

Und während ich mir die Frage stelle: Soll­ten wir jetzt nicht ein­fach mal so ein unvergam­mel­bares McDonald’s-Menü unprepari­ert ins Museum stellen als Mah­n­mahl für kom­mende Gen­er­a­tio­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

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Was ich noch sagen wollte… zur Konservatismuskrise der CDU

Ich habe schon vor Jahren gemeint, dass die CDU eine eben­solche Iden­tität­skrise befallen wird wie die SPD. Den in ihrem Fes­thal­ten alter Werte waren sich beide Parteien ein­fach gle­ich. Die derzeit aus­ge­tra­gene Iden­tität­skrise umfasst auch den Begriff der Kon­ser­v­a­tiv­ität. Das C in CDU steht zwar für christlich, kön­nte aber besser für kon­ser­v­a­tiv ste­hen, schließlich sind die Ansichten der Katholis­chen Kirche, die für viele das Chris­ten­tum mit verkör­pert, alles andere als mehrheitsfähig.

Kon­ser­v­a­tiv­ität ist also etwas leicht anderes. Es ist das Mir san mir der CDU: Das haben wir schon immer so gemacht, das machen wir auch weit­er­hin so. Der Grund, dass Frauen in der Katholis­chen Kirche nicht die gle­ichen Rechte haben wie Män­ner, entspricht eben diesem kon­ser­v­a­tiven Gedanken. Eine fun­da­men­tal­is­tis­che Hal­tung kann man sowas auch hal­ten, schließlich wird hier an einem ange­blichen Fun­da­ment fest­ge­hal­ten, ohne den das Gebäude als Ganzes in Gefahr gerät.

Nun muss man in unserer mod­er­nen Welt allerd­ings so flex­i­bel leben, sich ein­lassen, unter­schiedliche Lebensweisen zu respek­tieren, unter­schiedliche Arbeiten anzunehmen, dass ein ein­faches Ich mache etwas, so wie ich es immer gemacht habe, gar nicht mehr sin­nvoll ist. Es ist auch oft­mals nicht son­der­lich schwierig, sich auf anderes einzu­lassen. Manch­mal bere­ichert dies auch ein­fach das eigene Leben, dadurch, dass man Äng­ste auf diese Weise verliert.

Der alte Begriff des Kon­ser­v­a­tiven ist somit schlicht tot. Deswe­gen gibt es ger­ade eine Kon­ser­vatismuskrise in der CDU. Da ist vie­len schlicht zu ein­leuch­t­end, dass der alte Begriff heute kaum noch taugt und bei aktuellen Prob­le­men schlicht nicht weiter führt. Offen­bahr kann es sich die CDU aber irgend­wie nicht leis­ten, diesen Begriff über Bord zu schmeis­sen, so ver­al­tet er auch sein mag. Daher bastelt man mit Hilfe von Spiegel-Redakteuren an neuen Def­i­n­i­tio­nen. Erfol­g­los — will man über­haupt etwas anderes aus­sagen mit dem Begriff als mir san mir. Denn run­tergeschraubt auf Bewährtes erhal­ten verkürzt den Begriff kon­ser­v­a­tiv auf nüt­zlich.

Da schaut man in der CDU dann hoch zu kün­fti­gen Leucht­tür­men wie Bun­desvertei­di­gungsmin­is­ter Gut­ten­berg. Der grund­satzre­det dann im Kern wie folgt:

Die Frei­heit, sich für oder gegen etwas zu entschei­den, setzt die Fähigkeit vor– aus, sich seines Ver­standes zu bedi­enen. Schon der Apos­tel Paulus hat in seinen Briefen zwei Arten von Frei­heit unter– schieden: die Frei­heit „von“ und die „Frei­heit zu“. Als Men­schen sind wir zur Frei­heit befreit. Frei­heit setzt schließlich die Fähigkeit voraus, sich entschei­den zu kön­nen. Und die Fähigkeit zur Entschei­dung setzt Urteilsver­mö­gen voraus. Ist das vielle­icht der Kern der wiederkehrend unbe­friedi­gen­den Konservativismus-Debatte? Sich ein eigenes Urteil bilden, den Weg in die Zukunft aufzeigen kann indes nur, wer weiß, woher er kommt und wohin er gehen will, in einer Gemein­schaft der­jeni­gen, die vor uns waren, die heute sind und die mor­gen sein wer­den — let­ztlich in einer Nation.

So soll er ausse­hen, das neue kon­ser­v­a­tive Grund­ver­ständ­nis. Und doch ist es schwierig. Im ersten Satz bezieht sich Gut­ten­berg auf Kants Habe den Mut, dich deines eige­nen Ver­standes zu bedi­enen, schwingt über auf Paulus, um Chris­ten bauchzupin­sel, auch wen dieser Gedanke älter ist als Paulus, dessen “zur Frei­heit befreit” trotz seiner Schwammigkeit nicht fehlen darf. Dann kommt er wieder zu Kant mit der Wichtigkeit des Urteilsver­mö­gens und fragt, ob das der Kern der Konservatismus-Debatte sei.

Ja, das ist der Kern: Der Kern ist, dass der Begriff Kon­ser­v­a­tivitt in der CDU mit linken Ideen ersetzt wird. Denn kaum ein Philosoph war wohl so kon­se­quent links wie Kant.

Man kann sich allerd­ings dur­chaus ori­en­tieren, ohne zu wis­sen, woher man kommt, solange man nur weiss, wo man ist. Gut­ten­bergs selt­same Idee, dass man sich let­ztlich nur in einer Nation ein eigenes Urteil bilden könne — dummes Zeug, dass dem Anfangsap­pell sich seines eige­nen Ver­standes zu bedi­enen diame­tral im Weg steht.

He-Man and the Masters of the Universe auf YouTube

Bei eini­gen Serien­ange­boten ist auf Youtube ja sehr zweifel­haft, ob deren Ver­füg­barkeit auf dieser Plat­tform rechtlich ein­wand­frei ist, aber bei He-Man and the Mas­ters of Uni­verse ist das wohl rechtlich unbe­den­klicher: Die ersten 33 Fol­gen sind nicht mit “In deinem Land nicht ver­füg­bar” gekennze­ich­net, von YouTube-Werbung begleitet und sieht auch sonst wie eine offizielle Veröf­fentlichung aus.

Also viel Spaß beim Sprung in ver­gan­gene Zeiten:

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