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Old Christ — the man your man could smell like

Guten Morgen

morgenkaffee

Chris­t­ian Wulff fordert eine ISO-Norm für den Jour­nal­is­mus und gibt damit Fra­gen Feuer, was ein Bun­de­spräsi­dent denn eigentlich tun soll: Das poli­tis­che Tages­geschäft bee­in­flussen, so wie an dieser Stelle oder wie in der Sarrazin-Debatte?

Jeff Jarvis fühlt sich von deutschen Kom­men­ta­toren in seinem Blog über den Mund gefahren, weil er Bezüge zur Naz­izeit in der Diskus­sion um Google angestellt hat: Er solle die Nazi-Karte nicht der­art ausspie­len, so Kom­men­ta­toren. Dür­fen Amerikaner sowas nicht?

Die Recht­spop­ulis­ten von Pro NRW bet­teln weit­er­hin um die Gunst des rechten Blogs Polit­i­cally Incorrect.

Ste­fan Nigge­meier unter­sucht heute den Umgang des STERNs mit Fra­gen des Anstands.

Pader­borns bekan­ntester Tax­i­fahrer Torsten ärg­ert sich derzeit mit ver­legten Gegen­stän­den rum.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist im Englis­chen das soge­nan­nte Ausspie­len der Nazi-Karte das­selbe wie im Deutschen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

Sarrazin über Ostdeutsche

The solo adventures 2D

Guten Morgen

morgenkaffeeTwit­ter ändert die indi­vidu­elle Benutzer­seite, damit mehr Leute die Inter­net­seite benutzen, schließlich kann man kein Geld damit ver­di­enen, wenn Twit­ter über Pro­gramme läuft. Im stlyis­chen Video sieht man dann aber nur, dass Youtube-Videos direkt anse­hbar sind und die Seit­en­leiste ver­größert wird.

Ger­hard Stadelmeier sieht im Rück­tritt des Ham­burger Schaus­piel­hausleit­ers ein fatales Sig­nal. Friedrich Schirmer nan­nte als Grund für den Rück­tritt die drastis­che Unter­fi­nanzierung des Schauspielhauses.

Rob Savel­berg darf Wolf­gagn Schäu­ble eine Frage stellen und bekommt eine inter­es­sante Antwort.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann verzweifelt Twit­ter wohl am Mon­e­tarisierungsver­such? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

Lesezeichen
Auslandskorrespondenten der taz protestieren gegen Kürzungen

Die taz hat 15 ihrer Aus­land­sko­r­re­spon­den­ten gekündigt und bietet neue Verträge für Aus­land­sko­r­re­spon­den­ten an, die dann allerd­ings Kürzun­gen von bis zu 28% akzep­tieren müssten. Dies hat einge dieser Aus­land­sko­r­re­spon­den­ten zu fol­gen­dem Video veranlasst:

Die taz reagierte inzwis­chen verhalten.

Rob Savelberg trifft Wolfgang Schäuble: Waren Regierungsmitglieder käuflich?

In Berlin kam es auf einer Pressekon­ferenz zu einer inter­es­san­ten Begeg­nung: Wolf­gang Schäu­ble stellte sich einer Frage Rob Savel­bergs. Savel­berg sorgte im let­zten Jahr für Auf­se­hen, als er Angela Merkel die Frage stellte, wie sie jeman­den zum Finanzmin­is­ter der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land machen könne, der sich wie Wolf­gang Schäu­ble nicht an eine 100.000 DM-Spende an die CDU durch Waf­fen­lob­by­ist Karl­heinz Schreiber erin­nern kon­nte, die in Schäubles Schreibtisch lan­dete und inzwis­chen ver­schwun­den ist. In einem Inter­view mit Die WELT konkretisierte Savel­berg den kri­tis­chen Gehalt seiner Frage und nan­nte Schäu­ble “keine saubere Person”.

Maybrit Ill­ner kon­fron­tierte kurz darauf Wolf­gang Schäu­ble auf die Frage von Rob Savel­berg. Damals ließ Schäu­ble allerd­ings schul­buch­mäßig Ill­ner gegen die Wand laufen: Er wisse nicht, was an der Frage von Savel­berg “son­der­lich intel­li­gent” sei und würde generell nicht zur Qual­ität von Jour­nal­is­ten­fra­gen Stel­lung beziehen.

Savel­berg stellte Schäu­ble nun die Frage, ob er immer noch, wie er vor zehn Jahren sagte, glaube, dass kein Mit­glied der Regierung Kohl käu­flich gewe­sen sei. In der Zwis­chen­zeit gab es die Verurteilun­gen von Herrn Kan­ther, von Herrn Pfahls, und u.a. auch von Herrn Weyrauch, von Herrn Leisler Kiep und von Herrn Schreiber. Hel­mut Kohl ließ gegen Bezahlung von 300.000 DM das Ver­fahren ein­stellen. Das Ver­fahren gegen Herrn Sayn-Wittgenstein wurde aus gesund­heitlichen Grün­den eingestellt. Wolf­gang Schäu­ble antwortete auf die Frage Savel­bergs wie folgt:

1. 00:00 Käu­fliche Regierungsmit­glieder
2. 00:48 Man­fred Kan­ther
3. 01:14 Die anderen
4. 01:23 Niemals käu­fliche Bun­desregierungsmit­glieder
5. 01:58 Karl­heinz Schreiber
6. 02:53 Deutsche Ein­heit
7. 03:47 Deutsch­land heute & Deutscher Fußball
8. 04:16 Allmäh­lige Inte­gra­tion & Deutsche Iden­tität
9. 04:44 Deutsch­lands Ein­heit und Schäubles Beitrag

Die Antwort Wolf­gang Schäubles darf man wohl als rhetorisch geschickt beze­ich­nen. Lose Bemerkun­gen hierzu:

1. Schäu­ble nutzt die Nichtverurteilung von Hel­mut Kohl in der CDU-Spendenaffäre wegen geringer Schuld gemäß § 153 a StPO, um darauf zu pochen, dass ein jeder in der Bun­desre­pub­lik unter dem­sel­ben Rechts­ge­setz stünde, sei er nun Bun­deskan­zler oder Hartz-4-Empfänger. Natür­lich ver­schweigt Schäu­ble, dass dem Hartz-4-Empfänger in aller Regel nicht 150.000€ zur Ver­fü­gung ste­hen, um sich vor Gericht frei zu kaufen.

2. Schäu­ble insistiert darauf, es gäbe “nicht den ger­ing­sten Anlass”, Man­fred Kan­ther für käu­flich zu hal­ten. Es gibt zwar keine rechtliche Anklage, aber keinen Anlass? Wikipedia: “Man­fred Kan­ther hatte den Süßwarenkonz­ern Fer­rero 1999 anwaltlich beraten. Fer­rero hatte der CDU seit Anfang der 1980er-Jahre fast eine Mil­lion DM gespendet, die schwarz ein­genom­men und aus­gegeben wur­den.” Kan­ther war von 1991–98 Lan­deschef der Hessen-CDU. Es ist nicht falsch, wenn Schäu­ble sagt, Kan­ther sei vorge­wor­fen wor­den, er habe für die Hessen-CDU Reglun­gen getrof­fen, die so mit den Geset­zen nicht in Übere­in­stim­mung waren. Es ver­schleiert allerd­ings, dass Kan­ther als Ver­ant­wortlicher für den Ver­stoß gegen das Parteis­pendenge­setz verurteilt wurde und somit vorbe­straft ist.

3. Schäubles Aus­sage in 3. ist genau genom­men richtig, aber er hat allen Grund, diesen Punkt schnell zu überge­hen: Holger-Ludwig Pfahls war als ver­beamteter Staatssekretär zwar dem Bun­desmin­is­terium in der Regierung Kohl zuge­ord­net und hatte dessen poli­tis­che Hal­tung zu vertreten, gehörte aber streng genom­men nicht zur Bun­desregierung. Pfahls ist inzwis­chen recht­mäßig vom Landgericht Augs­burg wegen Vorteil­san­nahme und Steuer­hin­terziehung zu einer Haft­strafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

4. Die Punkte 6. bis 9., mehr als die Hälfte der ganzen Antwort, dienen nicht der Beant­wor­tung der Frage. Rhetorisch sind sie aber geschickt geeignet, um die Aufmerk­samkeit von ver­gle­ich­sweise wesentlicheren Punk­ten wie 3. oder die Inter­pre­ta­tion der Rolle Man­fred Kan­thers in 2. abzulenken.

[Foto Rob Savel­berg: Philipp Ebel­ing]

Alle Ausländer sind herzlich willkommen. — Ach so, nur die Muslime nicht!

Hach, her­rlich.  Es ist doch immer wieder schön mitanzuse­hen, wie junge Deutsche ihre argu­men­ta­tiven Fähigkeiten ausspie­len: Hier, indem sie einem pop­ulisitsch auftre­tenden “Reporter” des rechten Blogs Polit­i­cally Incor­rect voll vor die Wand laufen lassen:

[via]

Guten Morgen

morgenkaffee

Neun­tk­lässler haben im Unter­richt den neuen Per­son­alausweis gek­nackt — mit einer Ein­wegkam­era, einem Lötkol­ben und einem Schrauben­zieher. Die Bun­desregierung hatte den neuen 30€ teueren — der alte kostet 8€ — aus Sich­her­heits­grün­den einge­führt. Ander­norts reagiert man inten­siver auf Bildzeitungsaktionen.

Die Duisburg-Essener Uni­ver­sität hat Bildzeitungsre­por­terin Alice Schwarzer zur Mercator-Professorin gemacht, eine Pro­fes­sur für Weltof­fen­heit und Gedöns.

Har­ald Schmidt geht vom sich als Nati­o­lal­mannschaft denk­enden Schlaf­sender ARD zurück zu Sat1 — und kön­nte dort Oliver Pocher ver­drän­gen. Während­dessen hat die ARD nichts lustiges mehr zu bieten, kann sich ander­er­seits im Poli­tikge­plap­per nicht sin­nvoll begrenzen.

Deutsche, mus­lim­is­che Kul­turschaf­fende haben einen offe­nen Brief an Bun­de­spräsi­dent Wulff verfasst:

was wir momen­tan beobachten, ist lei­der das Gegen­teil eines solchen Prozesses, in dem Men­schen aufeinan­der zuge­hen, damit Gutes entsteht. Wir erleben, wie sich Teile der Bevölkerung von anderen abset­zen. Wie Min­der­heiten aus­gedeutet und öffentlich als “Andere” markiert wer­den. Die Ton­lage ist oft genug nicht neugierig und gesprächs­bereit, son­dern aggres­siv und dif­famierend. Für Mus­lim­in­nen und Mus­lime ist derzeit nicht ein­mal der Gang zum Zeitung­shändler leicht, weil sie nie wis­sen, welche Schlagzeile, welches stereo­type Bild sie dort erwartet. Auch in der Schule, bei der Arbeit und am Aus­bil­dungsplatz kann es sein, dass einem Feind­seligkeit entgegenschlägt.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist man heutzu­tage schon weltof­fen, wenn man als intel­li­gente Per­son für die Bildzeitung schreibt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

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